Eine Web-Developerin behauptet, das Opfer einer Domain-Entführung zu sein. Der Täter: Der amerikanische Online-Dienst AOL . Cybele Emanuelle hatte nach eigener Aussage im September 1998 die Domain aolsearch.com registriert und eine Web-Site mit dem Titel African-American OnLine aufgebaut. Unglücklicherweise stand die Seite den Plänen von AOL im Wege. Der Online-Dienst plant, im Herbst eine neue Suchmaschine unter diesem Namen einzuführen. Im April erhielt Emanuelle eine eMail von den Rechtsanwälten des Online-Dienstes. Sie wurde beschuldigt, die Markenrechte von AOL verletzt zu haben und aufgefordert, die Domain aolsearch.com an AOL zu übertragen. Nachdem sie sich geweigert hatte, dieser Aufforderung nachzukommen, hörte sie zunächst nichts mehr von den Anwälten. Im Mai allerdings ging es weiter: Von Network Solutions erhielt Emanuelle eine automatisch generierte eMail: Sie wurde für die Übertragung der Domain an AOL um ihr Einverständnis gebeten. Emanuelle setzte sich umgehend mit NSI in Verbindung, um die Übertragung zu stoppen und nach einer Erklärung zu verlangen. "Ich sprach mit den Leuten dort, auch mit der Rechtsabteilung, die meinen Acocunt zurückhielten und mir versicherten, daß ich nichts zu befürchten habe. Sie sagten, ich hätte mein Einverständnis nicht gegeben." so Emanuelle. Eine Woche später war jedoch die Adresse aolsearch.com nicht mehr erreichbar. Laut den Aufzeichnungen von Internic ist die Domain in den Besitz von AOL übergegangen. Seit diesem Zeitpunkt versucht Emanuelle, Erklärungen von Network Solutions und dem Department of Commerce, das NSI überwacht, zu bekommen. NSI versteift sich auf die Aussage, man habe sich streng an interne Richtlinien gehalten. Es sei nicht möglich gewesen, Emanuelle zu informieren. Eine entsprechende Benachrichtigung an die in der Datenbank verzeichnete Postadresse soll zurückgekommen sein. Emanuelle hält das für eine Ausrede: Sie habe andere Dokumente von NSI problemlos erhalten, auch Rechnungen. Sie erwägt nun rechtliche Schritte. (internetworld)