Berlin - Der Berliner Kultursenator Christoph Stölzl (parteilos) hält auch nach einem Beratungsangebot von Intendanten deutschsprachiger Bühnen an seinem umstrittenen Plan zur Opernreform fest. "Man muss politisch einen klaren Plan vorgeben, um die Betroffenen zu zwingen, die Sache endlich ernst zu nehmen", sagte Stölzl im InfoRadio Berlin-Brandenburg am Montag. Am Dienstag soll erstmals eine von Stölzl berufene Kommission mit den Berliner Intendanten und den kaufmännischen Leitern der drei Opernhäuser über das Strukturkonzept beraten. Stölzl hatte am Freitag ein Angebot der Opernintendanten aus München, Stuttgart und Zürich angenommen, sein Reformkonzept gemeinsam zu überarbeiten. Bei der geplanten Klausurtagung mit Sir Peter Jonas, Klaus Zehelein und Alexander Pereira hoffe er auf konstruktive Ideen, sagte Stölzl. "Ich hoffe, dass strukturell interessante Mitteilungen kommen, und dass wir uns vielleicht tatsächlich bei irgendeinem Kompromiss gemeinsam finden." Die Intendanten hatten Stölzls Pläne scharf kritisiert, Deutsche Oper und Staatsoper Unter den Linden zusammenzulegen und die Orchester beider Häuser zu verkleinern. Heftig ins Gericht gingen die Intendanten auch mit dem Plan, die Opernhäuser auf jeweils ein künstlerisches Profil festzulegen. Daniel Barenboim, künstlerischer Leiter der Staatsoper, will am kommenden Freitag mit seinen Vorstellungen über die Zukunft der Berliner Musiktheater an die Öffentlichkeit treten. Ein großer Teil seiner Pläne sei schon seit Jahren diskutiert worden, betonte Stölzl im InfoRadio. "Dass wir nun etwas deutlicher gesagt haben, man kann sich auch vorstellen, verschiedenen Opernhäusern verschiedene Charakteristika zuzuordnen, ist in der Presse seit Jahren gefordert worden." Nun sei dies auf einmal ein angeblicher Skandal. (APA)