Denpasar/Bali - 1.500 Wissenschaftler aus über 50 Staaten haben beim 9. International Coral Reef Symposium ICRF auf der indonesischen Insel Bali vor der weiteren Zerstörung der Korallenriffe gewarnt. Die Riffe dienen vielen Menschen als Nahrungsquelle, außerdem schützen sie Landstriche vor der Erosion des Ozeans. Prognosen von Forschern sprechen sogar davon, dass ein Viertel aller Korallenriffe bereits zerstört ist. Ein neunköpfiges Gremium der prominentesten Meeresbiologen hat in der Schlussveranstaltung erörtert, dass ohne weitreichende Maßnahmen die Korallenriffe einer traurigen Zukunft entgegen blicken würden. Das Gremium appellierte an alle Nationen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Der Großteil der Biologen geht davon aus, dass die globale Erwärmung für die Zerstörung der Riffe verantwortlich sei. Während der El-Nino-Periode 1997 bis 1998 erwärmte sich das Oberflächenwasser in der südlichen Hemisphäre extrem stark. Die Korallen hätten daraufhin die Algen, mit denen sie in Symbiose leben, abgestoßen. Dieser Vorgang wird auch Korallenbleiche genannt. Die Korallen sind in diesem Zustand besonders anfällig für andere Erkrankungen. Zusätzlich verhindere die starke CO2-Anreicherung, der Hauptgrund für die Korallenbleiche, das Wachstum der Korallen, erklärte der Wissenschaftler Richard Aronson vom Alabama´s Dauphin Island Marine Lab. Wenn die Klimatrends anhalten, stehe es schlecht um die Zukunft der Riffe. Doch nicht nur die globale Erwärmung, sondern auch andere Faktoren haben negative Auswirkungen auf die Biologie der Riffe. In vielen Staaten der Erde, insbesondere in Ostasien, werden die Riffe durch Überfischung, Umweltverschmutzung auf dem Land, eingeschleppte Tiere und Krankheiten zerstört. Alternative Fischereiprogramme sollen helfen, die Riffe zu erhalten. Alleine für Indonesien würde sich das Korallenriff-Schutzprogramm rechnen: mehr als 200 Mio. Dollar pro Jahr kostet die uneingeschränkte Ausbeutung das Land. Mehr als 1.500 Seiten Berichte über das Leben in den Riffen wurden in Bali von den Forschern präsentiert. Die Status quo-Erhebung der weltweiten Korallenriffe im Jahr 2000 fiel aber mehr als traurig aus: Wissenschaftler schätzen, dass bereits ein Viertel aller Riffe tot sind, ein weiteres Drittel ist extrem gefährdet. Die Forscher haben aber auch daraufhin gewiesen, dass trotz der Gefährdung der Riffe lokales Management Einiges bewirken könne. Dazu gehöre auch das generelle Verbot des Dynamit-Fischens. In einigen Regionen, in denen ein Fischereiverbot erlassen wurde, hätten sich auch die Populationen der Tiere weitgehend erholt und das in Zeitabschnitten von unter fünf Jahren. (pte)