Wien - Auch zu Allerheiligen herrscht im heimischen Fußball reger Betrieb. Die Fans dürfen sich am Mittwoch in der 17. Runde der max.Bundesliga auf einen interessanten Großkampftag freuen. In Wien kommt es zum 223. Derby Austria - Rapid, in Innsbruck treffen mit Meister FC Tirol und dessen Vorgänger Sturm Graz die erfolgreichen Europacup-Fighter aufeinander und in der Südstadt kommt es mit VfB Admira Mödling und LASK zum Duell des Letzten mit dem Vorletzten. Ergänzt wird das Programm mit den Partien GAK - SW Bregenz und SV Ried - SV Salzburg. Austria - Rapid "Bei den Austrianern ist die Frage, wie sie die jüngsten Misserfolge wegstecken und bei uns, wie viele Spieler fit werden bzw. wie sie die Pause verkraftet haben", sagt der Rapid-Feldherr, dessen Schützlinge zuletzt auswärts vier Mal nicht gewonnen haben. Die Hütteldorfer haben Lagonikakis und Dowe wieder zur Verfügung, doch hinter der Rückkehr von Savicevic steht noch ein Fragezeichen. "Er hat zu Beginn seiner Verletzung gesagt, dass er bis zum Derby fit werden will. Ob es sich ausgeht, weiß ich aber überhaupt nicht. Ich glaube jedoch, dass ihn dieses Spiel reizt", sagt Dokupil. "Diesmal ist die Austria ganz klar in der Rolle des Außenseiters. Und das ist gut so", meint Heinz Hochhauser, dessen Violette aus den jüngsten sieben Spielen nur vier Punkte ergattert haben. Der gute Saison-Start habe mehr Probleme als Vorteile gebracht. Für die Ursachenforschung der Krise habe er gemeinsam mit der Mannschaft viel Hirnschmalz verbraucht. "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir alle zu viel wollten. Wir wollten offensiv und druckvoll spielen, das hat aber zu viel Substanz gekostet." Tirol - Sturm "Für uns wäre es vor allem wichtig, den Vorsprung zu Sturm zu halten. Natürlich wollen wir ihn aber wenn möglich vergrößern", meint Tirol-Coach Kurt Jara, der erstmals in der Meisterschaft mit einem vollen Haus (17.500 Zuschauer) im Tivoli neu rechnet. Die Gastgeber sind seit 529 Minuten ohne Gegentor (11:0 und fünf Siege). Das Erfolgsgeheimnis von Jara: "Wir stehen hinten sehr gut, machen die Räume eng und schalten schnell auf Konter und Angriff um. Das wollen wir auch gegen Sturm fortsetzen und versuchen." Der Gegner, der wahrscheinlich weiterhin auf Star Ivo Vastic verzichten muss, steht für ihn in der Tabelle schlechter da als er wirklich ist. "Die Steirer spielen noch immer um die Europacup-Startplätze mit", warnt der Tirol-Trainer, dessen Truppe in der vorigen Saison gegen Sturm sieben von zwölf möglichen Punkten geholt hat. "Eine Niederlage wäre besonders unangenehm, weil sich dann unser Rückstand noch vergrößern würde", sagt Markus Schopp vor dem heißen Tanz in Tirol. Und Manager Heinz Schilcher fügt hinzu: "Wir wollen immer gewinnen, auch wenn wir gegen Real Madrid antreten. Die Steirer liegen derzeit sieben Punkte hinter dem Rapid-Verfolger. Allerdings waren es vor einem Jahr zum gleich Zeitpunkt (allerdings nach 18 Runden) auch sieben Punkte auf Tirol. Der Unterschied: Damals war SK Sturm Dritter, heuer ist er nur Sechster. GAK - Bregenz Vom Heimspiel gegen SW Bregenz erwartet sich Werner Gregoritsch den zweiten Teil der Rehabilitierung für das 0:4 im UEFA-Cup in Barcelona. "Den ersten Teil haben wir mit dem 1:0 in Linz erledigt, nun wollen wir uns auch vor unseren Fans beweisen. Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen, aber auch nicht zuviel Respekt zeigen", sagt der Trainer, der mit dem GAK den dritten Tabellenplatz verteidigen möchte. Die Athletiker haben zu Hause erst zwei Niederlagen erlittenen, die Vorarlberger hingegen ersten einen Auswärtssieg verbucht. "Wenn wir so wie gegen Sturm spielen und hinten die Fehler abstellen, könnte ein Punkt möglich sein", hofft SWB-Manager Markus Feldkircher. SV Ried - SV Salzburg Unterschiedlich läuft es derzeit für Ried und Salzburg. Die Innviertler ließen zuletzt nach einer Niederlage zwei Mal einen Sieg folgen, diesmal wären drei Punkte "fällig". Hingegen spielen die Festspielstädter daheim gut, aber auswärts (vier Niederlage in Serie) schwach. "Das wird für uns eine schwere Aufgabe, der Gegner war gegen Austria stark, aber vor eigenem Publikum sind wir nicht chancenlos", sagt SVR-Trainer Helmut Kronjäger und sein Widerpart Hans Bakke fordert: "Wir müssen couragierter und nicht so ängstlich agieren sowie nicht an einen Punkt, sondern an drei Zähler denken." Admira - LASK Schließlich könnte Schlusslicht VfB Admira Mödling, zu Hause gegen Meister FC Tirol schon erfolgreich, mit einem Heimsieg über den auswärts noch sieglosen Vorletzten LASK nach Punkten zu den Linzer aufschließen. "Diese Partie wird schwieriger als jene zuletzt gegen Rapid. Wir wollen gewinnen, müssen dafür aus einer gesicherten Abwehr für die Offensive aber mehr tun", meint Admira-Trainer Hans Kankl. Für die Athletiker heiß die Devise wohl in erster Linie: "Verlieren verboten". (APA)