Wien - Während eine millionenschwere Marketingkampagne in allen Zeitungen und Zeitschriften mehrfarbig die Vorzüge der Telekom Austria (TA) anpreist, äußerten sich Experten eher skeptisch über die Zukunft der Telekom-Aktie. Für wirtschaftlich sinnvoll hält den Börsengang im Moment kaum jemand, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP nach Analystengesprächen. "Politisches und psychologisches Moment" "Die Regierung sieht vorrangig das politische und psychologische Moment", schätzt Harald Friedrich von der Bank ABN Amro. Eine umfassende Privatisierung der noch im Staatsbesitz verbleibenden Unternehmen steht auf den Fahnen der Koalition aus ÖVP und FPÖ ganz oben. Da half auch kein Widerspruch von Telekom-Chef Heinz Sundt, der bis in den Sommer hinein laut darüber nachdachte, ob der Börsengang nicht zu früh für sein noch straffungsbedürftiges Unternehmen komme. Im August wurde die Entscheidung für die Aktienemission durchgezogen, und seither klinge auch Sundt überraschend optimistisch. "Extrem unglückliche Zeit Dabei fällt der Börsengang "in eine extrem unglückliche Zeit", schätzt der Analyst René Riefler von der EuroInvest Bank. Tatsächlich sind die Telekom-Werte in ganz Europa in den Keller gefallen, außerdem beginnt in Österreich am Donnerstag die Auktion der UMTS-Mobilfunklizenzen, die das ohnehin schwache Ergebnis der Telekom weiter belasten werde. "Trotzdem wird das Regierungsabkommen gnadenlos eingehalten", so Riefler. (APA)