Jerusalem - Nach dem Bombenanschlag in Jerusalem geht in Israel die Furcht vor weiteren Anschlägen um. Der Islamische Jihad (Heiliger islamischer Krieg"), der sich zu der Bluttat am Donnerstag bekannte, ist neben der Hamas die bedeutendste der militanten Palästinenser-Organisationen. Von ihrem Hauptquartier in der syrischen Hauptstadt Damaskus aus führt die Organisation ihren Krieg gegen Israel. Auch Yasser Arafat versucht der Islamische Jihad zu bekämpfen; den Fundamentalisten ist der Palästinenser-Präsident nicht radikal genug. Als erste der Palästinensergruppierungen nahm der 1980 gegründete Islamische Jihad den bewaffneten Kampf auf: Im Oktober 1987 löste die Ermordung von vier Jihad-Mitgliedern durch den israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Beth den als Intifada bekannt gewordenen ersten Palästinenser-Aufstand aus. Die Intifada dauerte bis 1993. Der Islamische Jihad operiert ausschließlich im Untergrund Im Gegensatz zur Hamas, die auch als Wohltätigkeitsorganisation auftritt, ist der Islamische Jihad ausschließlich eine im Geheimen operierende militärische Organisation. Die Zahl ihrer Mitglieder wird auf maximal einige hundert geschätzt. Geführt wird der Islamische Jihad zurzeit von dem aus dem Gaza-Streifen stammenden Ramadan Abdallah Shallah. Sein Vorgänger Fathi Shakaki wurde vor fünf Jahren - vermutlich von israelischen Agenten - ermordet. Zahlreiche anti-israelische Anschläge gehen auf das Konto des Islamischen Jihad: Bei einem Anschlag auf einen Bus auf der Strecke von Tel Aviv nach Jerusalem wurden im Juli 1989 insgesamt 14 Menschen getötet, einem Selbstmordanschlag in der Nähe des Küstenorts Netanyah fielen im Jänner 1995 insgesamt 21 Menschen zum Opfer; bei einem weiteren Attentat im März 1996 kamen in Tel Aviv 13 Menschen ums Leben. Zuletzt war der Islamische Jihad im November 1999 mit einem Anschlag ebenfalls in Netanyah in Erscheinung getreten, bei dem fast 30 Menschen verletzt wurden. Bei dem jüngsten Selbstmordanschlag vor einer Woche im Gaza-Streifen starb der Attentäter, ein israelischer Soldat wurde leicht verletzt. (APA/AFP)