Wien - Nicht nur der Verkauf der Telekom-Aktien bringt weit weniger in die Kassen als erwartet, auch die mit Spannung erwartete Versteigerung der Welthandylizenz UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Österreich enttäuschte die Hoffnungen für die öffentlichen Kassen. Von ursprünglich erwarteten 20 bis 40 Mrd. S (bis zu 2,9 Mrd. Euro) Versteigerungserlös war ohnehin schon seit Wochen keine Rede mehr gewesen. Nach nur zwei Tagen war die österreichische UMTS-Versteigerung heute, Freitag Abend, zu Ende. Sie brachte nur 11,443 Mrd. S (832 Mill. Euro), lag nur um 1,3 Mrd. S über dem Mindestgebot von 10,15 Mrd. S und blieb so noch einmal unter den zuletzt schon abgekühlten Erwartungen. Billig Für die sechs Bieter - Mobilkom Austria, max.mobil, One, tele.ring, Hutchison und Telefonica - kommen die Lizenzpakete jedenfalls im internationalen Vergleich recht billig. Die Unternehmen zeigten sich in einer ersten Reaktion alle durchwegs glücklich mit dem Lizenzpreis. Die wirtschaftliche Vernunft habe gesiegt, hieß es unisono. Die Einnahmen aus dem ersten und wesentlichen Auktions-Abschnitt, in dem 12 große Frequenzpakete versteigert wurden, belaufen sich auf 9,691 Mrd. S. Im zweiten Abschnitt, in dem 5 kleine ungepaarte Frequenzpakete vergeben wurden, die als Zusatzausstattung dienen, wurden 1,752 Mrd. S erlöst. Mobilkom und max.mobil bekamen - teils durch Los - je zwei kleine Frequenzen zugeteilt, Hutchison eine. Binnen zwei Wochen bekommen die Bieter die Lizenzen per Bescheid zugeteilt. Das Geld fließt in zwei Raten an die Republik Österreich. Keine Beweise für Absprachen Dem Auktionator - der Telekom Control Kommission - war "klar, dass manche Erwartungen nicht erfüllt" wurden, wie deren Vorsitzender Eckhard Hermann Freitag Abend vor Journalisten einräumte. Allerdings gebe es logische Gründe für das Verhalten der Bieter und das erzielte Ergebnis, zumal es zufällig sechs Interessenten für 12 große Frequenzen gab. "Für mögliche Absprachen der Bieter untereinander hat die Kommission keinerlei Beweise gefunden", so Hermann. "Wir sehen unsere Aufgabe nicht im Zusammenhang mit den Budgetzielen, sondern ausschließlich mit der Wettbewerbsregulierung", bemerkte Hermann. (APA)