Chicago - Immer mehr US-Unternehmen drängen nach Wien. Mit rund zwölf Milliarden Schilling (1999) sind die USA mittlerweile zum drittgrößten Investor nach Deutschland und der Schweiz avanciert. "Unser Engagement in den Vereinigten Staaten macht sich voll bezahlt. Alle wichtigen Kennzahlen in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Wien und den USA weisen steil nach oben", erklärte Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig anlässlich einer umfangreichen Wien-Präsentation in Chicago im US-Bundesstaat Illionois. Im ersten Halbjahr 2000 wurden bereits 19 US-Unternehmen nach Wien geholt, insgesamt waren es im Vorjahr 32. Zwischen 1990 und 1999 ist das jährliche US-Investment in Wien um 155 Prozent gestiegen, von 98 auf 99 allein um 14 Prozent. Zusätzliche Bewilligungen für Schlüsselarbeitskräfte notwendig "Uns liegt daher sehr daran, dass die zusätzliche Bewilligung von Schlüsselarbeitskräften für Österreich und damit auch für Wien doch noch zustande kommt", sagte Nettig, der damit auf einen "Sieg der Vernunft" setzt. Bekanntlich gibt es in Wien einen Mangel an Arbeitskräften, speziell im IT-Bereich. Derzeit ist die Quote für Wien bereits vollständig aufgebraucht. Ursprünglich hatten 2.000 Ausländer zusätzlich nach Österreich geholt werden sollen, davon 600 so genannte "Schlüsselarbeitskräfte" für Wien. Das schon als fix ausgehandelt geltende Vorhaben war nach vehementem Einspruch der Freiheitlichen im letzten Moment wieder abgeblasen worden. "Es gibt aber eine Zusage von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, dass diese Entscheidung neuerlich korrigiert wird, Bartenstein hat aber nicht gesagt, um wie viel die Quote erhöht wird", sagte Nettig. Keine Einbahnstrasse "Das Geschäft mit den USA ist aber keine Einbahnstrasse, auch Wiener Unternehmen haben verstärkt den Schritt in die USA geschafft", betonte Nettig. Im ersten Halbjahr 2000 seien die Exporte in die USA um 20 Prozent gewachsen. Waren und Dienstleistungen von mehr als 4,5 Milliarden Schilling haben Wiener Firmen in die USA geliefert. Damit seien die USA das fünftwichtigste Exportland für Wiener Unternehmen geworden.