Berlin - Asthma im Kindesalter hängt nach Angaben des Berliner Universitätsklinikums Charite nicht von der Menge an Hausstaub oder Katzenhaaren in der Umgebung von Säuglingen und Kindern ab. Dies hat eine in fünf deutschen Städten erstellte Studie (German Multicenter Allergy Study) ergeben, bei der sieben Jahre lang rund tausend Kinder beobachtet und untersucht wurden. Das teilte Charite-Sprecherin Silvia Schattenfroh am Montag mit. Ob sich Asthma entwickelt, ist demnach unabhängig von der Menge an Antikörpern. Offenbar bedarf es noch anderer Faktoren, damit ein Kind in allergenreicher Umgebung Asthma entwickelt. Die Ergebnisse wurden von Susanne Lau von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Allergologie und Immunologie der Charite jüngst in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlicht. Wenig Hausstaub oder Katzenhaare verschonen nicht vor Asthma Im Rahmen der Untersuchung wurde die Entwicklung von Kindern über die ersten sieben Lebensjahre verfolgt und in regelmäßigen Zeitabständen die Belastung mit Hausstaub durch Probenentnahme aus Teppichen im Wohn- und Schlafbereich bestimmt. Zusätzlich wurden anhand von Blutproben das Ausmaß der Antikörperentwicklung gegen Hausstaubmilben, Katzenhaar, Gräser- und Birkenpollen bestimmt. Die Ergebnisse würden Studien aus Frankreich und Nordamerika bestätigen, wonach wenig Hausstaub oder Katzenhaar nicht dazu führe, dass Kinder von Asthma verschont bleiben. Offen bleibe die Frage, warum seit Jahren eine Zunahme der Häufigkeit von Asthma im Kindesalter festgestellt werde, hieß es. Umweltfaktoren als Verursacher würden nicht die entscheidende Rolle spielen, die ihnen zugeschrieben werde. Sei indessen ein Kind tatsächlich an Asthma erkrankt, so wirke sich eine allergenarme Umgebung günstig auf die Schwere der Erkrankung aus. (APA/dpa)