Paris - In Frankreich wird ein dramatischer Anstieg von Fällen der neuen Variante der tödlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit befürchtet. Angesichts immer neuer Fälle von Rinderwahn (BSE) sei es "sehr wahrscheinlich, dass wir mehrere Dutzend Fälle von Creutzfeldt-Jakob haben werden", sagte die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Dominique Gillot, in einem Interview der Tageszeitung "Le Parisien" (Dienstagsausgabe). Bisher starben in Frankreich zwei Menschen an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die vermutlich durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch ausgelöst wird. Die Erkrankung eines weiteren jungen Mannes sei "sehr wahrscheinlich" ebenfalls auf Creutzfeldt-Jakob zurückzuführen, sagte Gillot. Überdies werde eine wachsende Zahl von Patienten mit Symptomen dieser Krankheit registriert. Aus Furcht vor BSE wurde in den vergangenen Tagen in zahlreichen französischen Städten Rindfleisch aus den Schulkantinen verbannt. Die Regierung in Paris überlegt derzeit, die Vorschriften für die Schlachtmethoden zu ändern und damit zu verhindern, dass Teile der Wirbelsäule in die Nahrungskette gelangen. Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass acht Tonnen Rindfleisch aus einer Herde in der Normandie verkauft wurden, in der sich ein BSE-infiziertes Rind befand. Seit Jahresbeginn wurden bereits rund 90 BSE-infizierte Rinder in französischen Herden registriert. Ende Oktober hatte der Tod von zwei Creutzfeldt-Jakob-Kranken erneut die britische Öffentlichkeit aufgeschreckt. In Großbritannien, dessen Rindfleischausfuhren drei Jahre lang mit einem EU-Embargo belegt waren, sind offiziell bisher 81 Menschen an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. (APA)