Champaign/Illinois - Forscher der Universität von Missouri in Columbo und der Universität von Illinois in Urbana-Champaign gehen davon aus, dass Östrogen auch bei Männern ein Faktor zur Entstehung von Übergewicht sein kann. Eine Untersuchung zeigte, dass genetisch-veränderte Mäuse rund elf Prozent weniger Energie verbrauchten und sie 170 Prozent mehr Fett innerhalb des ersten Lebensjahres in ihren Zellen einlagerten, obwohl sie gleich viel Nahrung wie die verglichene Wildgruppe erhielten. Somit könnte Östrogen auch bei Männern eine Rolle in der Fett-Regulation spielen. In der Untersuchung wurde männlichen Mäusen ein Östrogen-Rezeptor entnommen und so ein Mangel an Östrogen ausgelöst. Anschließend untersuchten die Forscher den Einfluss von Östrogen auf verschiedene Gewebe der männlichen und weiblichen Versuchstiere. "Östrogen galt immer als weibliches Hormon. Fehlt aber männlichen Mäusen der klassische Östrogen-Rezeptor werden diese dicker als der Wild-Typ der Mäuse" erklärte Patricia A. Heine, Veterinärmedizinerin an der Universität Illinois. "Die Fettzunahme resultiert aus einer Zunahme und Vergrößerung von Fettzellen", so Heine. Durch den Mangel an Östrogen komme es zu einer Insulin-Resistenz und Glukose-Intoleranz, was zu einer verschlechterten Fettmobilisierung aus den Depots führe. Bisher kannte man diesen Zusammenhang ausschließlich von weiblichen Mäusen und Frauen nach der Meno-Pause. Derzeit wisse Heine allerdings noch nicht, ob der Östrogenmangel eine Reduzierung des Grundumsatzes oder eine Verringerung der Aktivität der Mäuse bewirke. Die WHO geht davon aus, dass mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den USA übergewichtig sind. Zusätzlich vergrößere sich die Zahl der Diabetes Typ II-Patienten, die in engem Zusammenhang mit Übergewicht steht. Einer Hochrechnung der Weltgesundheitsorganisation zufolge könnte sich die Zahl der betroffenen Diabetes-Patienten bis 2010 verdoppeln. (pte)