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Wien - Wieder nichts. Den Traum von der durch die Gemeinde gestützten Luxuswohnung könne man sich getrost abschminken, erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann Dienstagvormittag. "Dass jemand sich eine Wohnung anmietet, die 200 Schilling pro Quadratmeter kostet und die Stadt dann die Miete zahlt, wäre nicht zumutbar." Deshalb, so referierte Faymann, habe die Stadt eine Obergrenze für die Wohnbeihilfe - und die liegt bei 55,80 Schilling pro Quadratmeter, dem Richtwert. Doch trotz Richtwert und Betonung, dass bei der Wohnbeihilfe auch eine "angemessen Wohnungsgröße" wichtig sei, wird die Stützzahlung für bedürftige Mieter die Gemeinde in Zukunft - voraussichtlich ab Mitte nächsten Jahres - deutlich teurer kommen: Der Kreis der Beihilfeberechtigten soll deutlich ausgeweitet werden. Waren bisher ausschließlich Mieter von Gemeinde- und Genossenschatswohnungen sowie Mieter von Objekten, deren Sanierung gefördert wird, berechtigt, beim Unterschreiten bestimmter Haushaltseinkommensgrenzen Wohnbeihilfe zu beantragen, sollen in Zukunft auch Mieter privat finanzierter Häuser anspruchsberechtigt sein. Von derzeit 21.000 Wohnbeihilfebeziehern werde die Zahl auf etwa 54.000 Empfänger steigen, schätzt Faymann. Statt 440 Millionen Schilling, werde die Stadt dann etwa eine Milliarde ausschütten müssen. Als "eine Frage der Gerechtigkeit", verteidigte der Wohnbaustadtrat die Maßnahme, die er noch heuer im Landtag beschlossen sehen möchte. Dass Menschen, die von Einkommenseinbußen betroffen sind, auf diese Art nicht gezwungen wären, ihre Wohnung aufzugeben und sich in die Wartelisten der Gemeinde eintragen lassen, wertet Faymann überdies auch als "Entlastung" des Marktes an Gemeinderwohnungen und als "wichtige Integrationsmaßnahme, schließlich mieten Ausländer fast nur am privaten Wohnungsmarkt und waren so von Beihilfen ausgeschlossen." Durch die Beihilfe kann die Miete bis auf einen Restbetrag von 17,20 Schilling pro Quadratmeter (Kategoriemietzins C) reduziert werden. (rott, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 11. 2000).