Die in der Vereinigung Alternativer Netzbetreiber (VAT) zusammengeschlossenen Telekom-Betreiber haben am Mittwoch, eine rasche Nachbesetzung von Infrastrukturminister Michael Schmid gefordert. "Die Grenzwertverordnung für Handysender ist noch nicht unterschrieben, das UMTS-Thema startet daher mit Rechtsunsicherheit", betonte der neue VAT-Präsident Gerhard Schuberth vor Journalisten. Auch die Novelle des Telekommunikationsgesetzes und die neue Medienbehörde KommAustria ließen auf sich warten. "Jede weitere Woche und jeder Monat Warten sind verlorenes Geld" Würden die für die Branche notwendigen Änderungen nicht bald in Angriff genommen, würden die Betreiber Druck über die EU machen, so Schuberth: "Jede weitere Woche und jeder Monat Warten sind verlorenes Geld". Auch die Entbündelung lasse noch zu wünschen übrig, da durch die hohe Grundgebühr, die die Telekom Austria dafür verlange, die alternativen Betreiber nicht wettbewerbsfähig seien. Eine grundlegende Entscheidung über die Entbündelung wird in etwa zwei Wochen von der Telekom Control Kommission erwartet. Jede Entscheidung, die im Rahmen der Liberalisierung gefällt worden sei, habe noch einen Pferdefuß, so Schuberth. 25 Milliarden Schilling Umsatz Die alternativen Telekom-Betreiber erwirtschaften heuer 25 Mrd. S (1,82 Mrd. Euro) Umsatz und haben in den vergangenen drei Jahren 7.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, berichtete Schuberth. Bis Ende 2000 werden die Betreiber 50 Mrd. S in den österreichischen Markt investiert haben. Die Liberalisierung habe für die Wirtschaft "ordentliche Kosteneinsparungen" gebracht. So sanken die jährlichen Festnetz-Telefonkosten pro Mitarbeiter in der Industrie von 6.990 S im Vorjahr auf 5.300 S im heurigen Jahr. Trotz Deregulierung liege Österreich aber bei der Nutzung neuer Technologien wie Internet im Vergleich der Industriestaaten laut Informations Society Index 2000 auf dem 16. Platz. In der Pole Position befindet sich Schweden. (APA)