München - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat der oppositionellen CDU/CSU sein Interesse an einem Konsens über ein Zuwanderungsgesetz signalisiert. Die "großen Parteien" sollten sich eigentlich auf die drei Bedingungen verständigen können, die bei der Regelung erfüllt werden müssten, sagte Schröder am Mittwochabend in München. Wer in Deutschland leben und arbeiten wolle, müsse die Werte der Verfassung achten, Recht und Gesetz halten und sich zumindest ernsthaft bemühen, die deutsche Sprache zu lernen. "Das sind drei Kriterien, auf die wir uns alle verständigen können müssten", sagte Schröder. Daneben müsse eine vernünftige, in einem längeren Zeitraum europäische Asylregelung für Verfolgte gefunden werden. Nüchternes Kalkül verbietet Ausländerfeindlichkeit Schon aus nüchternem wirtschaftlichen Kalkül müsse Deutschland jeder Form von Ausländerfeindlichkeit entgegentreten, sagte der SPD-Chef auf einer Veranstaltung des Verbandes der Informations- und Kommunikationswirtschaft (Bitkom). Deutschland brauche nicht nur Zuwanderung zur Sicherung seines Wohlstandes, sondern die Wirtschaft brauche die Internationalität auch als Herausforderung und Anregung. Bitkom-Präsident Volker Jung sagte: "Wir können alles brauchen, aber keine ausländerfeindlichen Aktionen einer verblendeten, kleinen Minderheit." Es könne aber nicht sein, dass "jeder, der die Grenze überschreitet, unbegrenzt Aufenthalt" bekomme, während die Wirtschaft dringend benötigte Fachkräfte nicht nach Deutschland holen könne. Inzwischen seien 3.000 Green-Cards vergeben. Schröder erklärte sich bereit, die Regelung zu überdenken, wenn der Fachkräftemangel nur so zu beheben sei.(APA/AP)