Cambridge/Los Angeles - WissenschaftlerInnen der Cambridge Universität und der Universität Kalifornien haben einen Weg entwickelt, Substanzen direkt an die Stelle zu leiten, die durch Nervenverletzungen nach Operationen Schmerzen verursachen. Sie nützten einen körpereigenen Mechanismus der Nerven, den so genannten axonalen Transport. Mit der neuen Methode, so die ForscherInnen, könnten sowohl die Schmerzmittel-Dosis als auch Nebenwirkungen reduziert werden. Das Schmerzmittel wird dabei direkt über speziell dafür bestimmte Nervengruppen an die betroffene Stelle geleitet. Dadurch lasse sich nach ExpertInnenmeinung das Schmerzgefühl ausschalten, bevor es das Gehirn erreicht. Im Versuch wurde das Schmerzmittel den Laborratten ein Mal injiziert. Innerhalb von vier Tagen kam es zu einer 50-prozentigen Schmerzreduktion. Die ExpertInnen gehen davon aus, dass herkömmliche Medikamente in der 300-fachen Dosis mehrfach verabreicht werden müssten, um den gleichen Effekt zu erreichen. Oft unzureichende Behandlung Bislang wurden Schmerzmittel mit dem Blutstrom durch den gesamten Körper transportiert und nicht ausschließlich an die betroffene Stelle befördert. "Störungen des Nervensystems konnten oft nur unzureichend behandelt werden, denn es erwies sich als unmöglich, eine ausreichende Schmerzmitteldosis gezielt an die verletzte Stelle zu leiten", erklärte Aaron Filler, Neurochirurg an der Universität von Kalifornien in einem BBC-Interview. "Nebenerscheinungen, wie Übelkeit, Schläfrigkeit oder Atemstörungen nach der Schmerzmittel-Behandlung könnten vermieden werden. Die Ergebnisse werden vermutlich zu Dutzenden neuen Behandlungsformen, zum Beispiel bei der Alzheimer Krankheit führen", erläuterte Filler. Die Methode des axonalen Transports zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen soll 2002 in klinischen Studien fortgeführt werden. (pte)