Eisenstadt - Wochenlang herrschte Rätselraten um die ominöse Nr. 9 auf der Landesliste der ÖVP Burgenland für die Landtagswahl am 3. Dezember. Diesen Platz wollte ÖVP-Chef LHStv. Gerhard Jellasitz nach eigenem Gutdünken besetzen, um die Liste "noch bunter zu machen als sie schon ist". Am Donnerstag lüftete Jellasitz sein Geheimnis: Platz 9 geht an Lieselotte "Lilo" Resch (50), die gemeinsam mit ihrem Mann, dem früheren ÖVP-Bürgermeister von Mattersburg, Josef Resch, einen Dachdeckerei-Betrieb mit 30 MitarbeiterInnen führt. Eine sichere Fahrkarte für den Wiedereinzug in den Landtag haben bei der ÖVP derzeit nur Helga Braunrath aus Eisenstadt und Andrea Gottweis aus Pinkafeld. Da habe er überlegt, ob Frauen ausreichend vertreten sind, begründete Jellasitz seine Entscheidung. Er nannte Lieselotte Resch "eine typisch burgenländische Powerfrau, die in der Wirtschaft ihren Mann stellt, sich in der Öffentlichkeit engagiert und ein umgänglicher Typ ist". Lieselotte Resch werde mit größter Wahrscheinlichkeit ein Mandat bekommen, sagte der ÖVP-Chef, da er davon ausgehe, dass die Volkspartei bei der Landtagswahl nicht verliert, sondern gewinnt. "Ein Mensch, der gerne mit Menschen arbeitet und sich für die Probleme anderer einsetzt." So beschreibt sich die ÖVP-Kandidatin Resch selbst. Sie sieht sich als Anwalt der Klein- und Kleinstbetriebe, "damit sie gerüstet werden für die EU-Osterweiterung" und als Anwalt der Frauen, insbesondere der Frauen in der Wirtschaft und der Bäuerinnen. (APA)