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IWF-Chef Michel Camdessus

Foto: Natruskin REUTERS
Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die derzeitige Unterbewertung des Euro gegenüber dem Dollar auf mehr als 30 Prozent. Den effektiven Wechselkurs des Euro sieht der Fonds zwischen zehn und 20 Prozent unterbewertet. Im Rahmen seiner "Artikel IV"-Begutachtung der Eurozonen-Volkswirtschaften betonte der IWF am Donnerstagabend dabei die Notwendigkeit von weiteren Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank (EZB), sollte die Euro-Schwäche die mittelfristige Preisstabilität in der Eurozone gefährden. Die derzeitigen Interventionen seien wegen ihres Signaleffektes als sinnvoll zu werten, merkte der IWF an. Eurozone-Wachstum abschwächt Mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung verweisen die IWF-Ökonomen darauf, dass sich das Wachstum in der Eurozone im zweiten Halbjahr 2000 abschwächen werde. Der zukünftige Wachstumspfad hänge dann vor allem von der anhaltenden Umsetzung struktureller Reformen auf den Güter- und Arbeitsmärkten und der zukünftigen Lohnentwicklung ab. Kritisch verweist der IWF auf die sich "in gewisser Weise" prozyklisch darstellende Fiskalpolitik. Insgesamt erwartet der IWF für die Volkswirtschaften der Eurozone ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,4 Prozent im laufenden Jahr, für 2001 prognostizieren die IWF-Ökonomen dann eine BIP-Steigerung von immer noch 3,2 Prozent. Die Inflationsrate werde sich dabei von 2,3 Prozent in diesem Jahr auf 2,1 Prozent im kommenden Jahr abschwächen. Risiken sieht der IWF für dieses Szenario vor allem auf der Inflationsseite. Gefahren lauerten hier nicht nur in der Euro-Schwäche und den hohen Energiepreisen, sondern auch im Wachstum der Geldmenge M3, die sich immer noch außerhalb des von der EZB gesetzten Zielkorridors befindet. (APA/vwd)