Belgrad/Sarajewo - In Bosnien haben am Samstag Morgen die Parlamentswahlen begonnen. Gewählt werden das bosnische Parlament sowie die Parlamente der beiden Landesteile, der moslemisch-kroatischen Föderation und der Serbischen Republik. In der moslemisch-kroatischen Föderation werden auch zehn Kantonalversammlungen gewählt, in der Serbischen Republik auch der Präsident und der Vizepräsident dieses Landesteiles. Die Einwohner von Srebrenica werden gleichzeitig auch die Kommunalverwaltung wählen. Die rund 3.700 Wahllokale bleiben bis 19:00 Uhr geöffnet. Erste Wahlergebnisse werden am Montag erwartet. 44 Parteien und ein Bündnis haben Ihre Kandidaten aufgestellt. Um Parlamentssitze ringen auch mehrere unabhängige Kandidaten. Wahlberechtigt sind 2,5 Millionen Bürger. Der Wahlverlauf wird von 760 OSZE-Beobachtern sowie von einer 21-köpfigen Delegation der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und einer Delegation der Parlamentarischen Versammlung des Europarates beobachtet werden. Dies sind die letzten Wahlen in Bosnien, die von der OSZE veranstaltet und finanziert werden. Die Wahlkosten belaufen sich auf umgerechnet 140 Millionen Schilling (10,17 Mill. Euro). Sozialdemokratische Partei Favorit Als Favoriten gelten die Sozialdemokratische Partei, die Nachfolgepartei des Kommunistenbundes, in der Moslemisch-kroatischen Föderation sowie die SDS sowie die Partei des Demokratischen Fortschrittes (PDP) in der Serbischen Republik. Die HDZ will gleichzeitig ein Referendum über den Status der kroatischen Volksgemeinschaft in der Föderation abhalten. Das Büro des Hohen Repräsentanten hat das Referendum als verfassungswidrig bezeichnet. Das Helsinki-Komitee für Menschenrechte in Bosnien hatte die Wahlkampagne, namentlich ihren Verlauf in der Föderation, als die "schmutzigste" in den letzten fünf Jahren bezeichnet. (APA)