Wien - Der ehemalige niederösterreichische FPÖ-Chef Hans Jörg Schimanek hat scharfe Kritik an der Veröffentlichung des Einvernahmeprotokolls von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) im "Format" geübt. "Man muss sich schon die Frage stellen, wer diese Protokolle der Einvernahme Haiders weitergegeben hat. Jetzt verlange ich die Suspendierung der Herrschaften aus der Wirtschaftspolizei, die können nur von dort gekommen sein, von den einvernehmenden Beamten. Das ist ein Amtsmissbrauch, wie er im Buche steht", so Schimanek auf Anfrage der APA am Samstag. Auch FPÖ-Landesrat Ewald Stadler betonte, dass die Veröffentlichtung "ärgerlich" sei. "Ich habe nicht einmal meine eigene Aussage mitnehmen dürfen, ich war am gleichen Tag zu Gast bei der Wirtschaftspolizei wie Jörg Haider. Ich werde morgen Strafanzeige gegen unbekannte Täter machen". Jedenfalls sei die Behauptung, Haider würde sich an ihm und Schimanek abputzen, völlig falsch. "Das ist ganz sicher nicht so. Wir haben nichts zu verheimlichen und zu verbergen", so Stadler gegenüber. Von Belastung kann keine Rede sein Auch Schimanek betonte, es sei ein "völliger Unsinn", wenn behauptet werde, Haider würde ihn und Stadler belasten. "Von Belastung kann keine Rede sein, weil das keine Geheimnisse sind". Außerdem handle es sich bei dem von "Format" zitierten Bericht um "überhaupt kein Geheimnis. Haider hat von mir selbstverständlich Unterlagen bekommen. Was glauben Sie, was ich als freiheitlicher Landesrat alles bekommen habe". Stadler meinte, die Unterlagen, um die es gehe, seien von einem sozialistischen Parteifunktionär, der "offensichtlich eine offene Rechnung mit dem (Kurt, Anm.) Heindl und dem (Peter, Anm.) Marizzi hatte". Und "wenn ich Unterlagen von der SPÖ kriege, werde ich nicht das bei mir daheim hüten wie einen Schatz, das ist ja fern jeder Realität". Jedenfalls sei die Vorgangsweise der Weitergabe des Einvernahmeprotokolls eine "Pflanzerei". Stadler: "Ich lasse mich nicht länger von Rufmordmedien pflanzen". (APA)