„Eine Begegnung im Hotel-Café: Am Eingang stoße ich mit einem Mann zusammen - ich entschuldige mich, er lächelt und wir kommen ins Plaudern. „Und, wie ist er?“, fragt mich ein Kollege aufgeregt beim Hinausgehen. „Wie ist wer?“ frage ich wiederum erstaunt. „Na - Tom Cruise“, kommt prompt die Antwort.“ Anekdoten wie diese gehören zu den schönen Seiten von Petra Engl-Wurzers Job: Die dynamische 29jährige ist PR-Managerin und Österreich-Repräsentantin einer weltweiten Hotelkette, zu der so traditionelle First Class-Häuser wie das „Sheraton Salzburg“, das „Bristol“ oder das „Danieli“ in Venedig zählen. Ihr Büro liegt im vierten Stock des legendären Hotel Imperial an der Wiener Ringstraße – was sie sehr genießt: „Die Menschen, die in den Zimmern und Suiten wohnen, hauchen dem Haus Leben ein. Gerade im Imperial mit seinen vielen prominenten Gästen ist das an allen Ecken und Enden zu spüren: Egal ob die Kennedys, Thomas Mann oder die Queen – jeder lässt ein Stück von sich hier; um jeden von ihnen ranken sich kleinere oder größere Mythen und Legenden.“ Richard Wagner zum Beispiel hat während seines siebenwöchigen Aufenthalts im Imperial den „Tannhäuser“ und „Lohengrin“ vorbereitet; bei Nigel Kennedy kamen die Hotel-Angestellten in den Genuss eines „Privatkonzerts“, wenn er in seiner Suite probte und als Michael Jackson während seiner „History“-Tour hier abstieg, waren die kreischenden Fans tagelang nicht vom Eingang wegzukriegen. „Die Privatsphäre der Gäste geht bei uns über alles“, erklärt Engl-Wurzer die Beliebtheit des Hotels bei den Promis. „Sie fühlen sich wohl bei uns und kommen wieder, weil sie wissen, dass sie hier abseits des Trubels um ihre Person einfach sein können.“ An ihrem Job liebt sie vor allem die Abwechslung und das internationale Ambiente: Die Arbeitssprache ist Englisch, über Intranet steht sie in täglichem Kontakt mit den Headquarters auf der ganzen Welt. Sie leitet Total Quality Management-Trainings und hat die Presse- und PR-Abteilung bei ihrem Start vor etwas mehr als vier Jahren von Null aufgebaut. „Der Job ist sehr spannend, kann jedoch manchmal auch nervenaufreibend sein - besonders wenn er das Privatleben beeinflusst“, schildert die PR-Managerin. Wochenend-Pressetrips und Abendveranstaltungen seien keine Seltenheit, aber: „Ich betreue zum Glück ein Produkt, hinter dem ich voll stehen kann, und von dem ich selber beeindruckt bin – dadurch kann ich mit den belastenden Seiten des Jobs auch besser umgehen.“ Was sie über die Hotellerie wissen muss, hat sie sich selbst in der Praxis angeeignet: „Ich bin hier ein bisserl ein „Alien“, weil ich nicht, wie die meisten anderen, eine Hotelfachschule besucht habe. Aber der PR-Hintergrund ist für die Arbeit im Hotel eigentlich ideal, weil man sich von der Küche bis zur Direktion für alle Bereiche interessieren muss.“ Bei internationalen Meetings der männerdominierten Hotelbranche fällt Petra Engl-Wurzer meist doppelt auf: „Erstens bin ich die Jüngste und zweitens Frau – da musst Du vor allem zeigen, dass Du ziemlich viel im Hirn hast, darfst aber auch auf Charme und Herz nicht vergessen.“ Dem Vorwurf, Frauen seien oft zu emotional, kann sie nur Positives abgewinnen: „Ja gottseidank sind wir emotional! Beruf soll doch auch Leidenschaft sein und Leidenschaft ist nun einmal auch Emotion - also lässt sich das Mentale und das Emotionale gerade hier gut verknüpfen.“ Dass so oft nach dem Kriterium des Geschlechts bewertet wird, ärgert sie nur: „Ich unterscheide lieber in sympathisch - nicht sympathisch, intelligent - nicht intelligent oder professionell - nicht professionell. Mich macht nichts wahnsinniger als Dummheit – und da ist es mir ziemlich egal, ob es dabei um einen Mann oder eine Frau geht.“ (Isabella Lechner) Das ausführliche Interview mit Petra Engl-Wurzer finden Sie hier: „Nur wenn man sich selbst treu bleibt, hat man Erfolg"