Wuppertal - Immer mehr Menschen in Deutschland leiden nach Angaben von Experten unter Inkontinenz. Sie haben Schwierigkeiten, Stuhlgang oder Harn unter Kontrolle zu halten. Drei von fünf Bundesbürgern im Alter von über 50 Jahren seien von Blasenschwäche betroffen, sagte der Urologe Prof. Ingo Füsgen am Freitag am Rande des 12. Kongresses der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe in Wuppertal. Füsgen, ärztlicher Direktor der Geriatrischen Kliniken St. Antonius in Wuppertal, übte Kritik am Sparkurs im Gesundheitswesen: Durch die Budgetierung würden Inkontinenz-Patienten oft nicht angemessen behandelt. Die Diskussion um "fragwürdige Wirkungen" der Medikamente gegen Inkontinenz sei diskriminierend, denn ein erfolgreicher Einsatz der Mittel sei durch nationale und internationale Studien belegt, sagte der Tagungspräsident weiter. Über 1.500.Ärzte, Pflegekräfte und Betroffene diskutieren an zwei Kongresstagen über neue Behandlungsmethoden und das besonders schwierige Verhältnis zwischen Arzt, Pflegepersonal und Angehörigen beim Tabuthema "Inkontinenz". (dpa)