Eine Schiedsstelle soll das Vertrauen der Verbraucher bei grenzüberschreitenden Käufen über das Internet stärken. Wie die Interessengemeinschaft Trusted Shops am Dienstag in Berlin mitteilte, können sich Verbraucher bei Online-Käufen im europäischen Ausland künftig an die Initiative wenden, wenn Probleme mit eingetragenen Partnern auftreten. Damit blieben dem Kunden "Kosten und Ärger mit ausländischen Gerichten erspart", erklärte Trusted-Shops-Geschäftsführer Jean-Marc Noel. Das von Experten und Verbraucherschützern geforderte außergerichtliche Streitschlichtungsverfahren für Internet-Geschäfte werde damit Realität. Trusted Shops vergibt an Online-Händler ein Gütesiegel, das die Seriosität des Anbieters signalisieren soll. Unter anderem verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen, die Ware innerhalb von 30 Tagen zu liefern und dem Kunden bei Nicht-Lieferung das Geld zurückzuerstatten. Seit Jahresbeginn haben sich hundert Firmen der Initiative angeschlossen. Noel kündigte am Dienstag an, dass ab diesem Monat auch britische Anbieter das Gütesiegel bekommen könnten. In den darauffolgenden Monaten sollten Frankreich und weitere europäische Länder folgen. Hinter der Trusted Shops GmbH steht unter anderem der Industrieversicherer Gerling Speziale Kreditversicherungs-AG, der bei Problemen mit einzelnen Händlern mögliche Schäden der Kunden übernimmt. Auch beim Missbrauch von Kreditkartendaten gibt es eine Absicherung. Gerling ersetzt dann die die mögliche Selbstbeteiligung des Kunden bis zu einer Höhe von 100 DM (51,1 Euro/704 S). (APA)