Wien - Der Integrationsprozess von BAWAG und P.S.K.-Gruppe - nach der Übernahme der Österreichischen Postsparkasse (P.S.K.) durch die Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG) die Nummer drei unter Österreichs Kreditinstituten - wird zügig vorangetrieben. Im ersten Quartal 2001 werden die wichtigsten personellen und strukturellen Entscheidungen getroffen, die wesentlichen Umsetzungsschritte im dritten und vierten Quartal 2001 vollzogen sein, kündigte BAWAG-Chef Helmut Elsner heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz an. Ziel seien zwei starke Marken unter einem Dach. Das gesamte Synergiepotenzial belaufe sich auf 900 Mill. S (65,4 Mill. Euro) pro Jahr und setze sich zu gleichen Teilen aus Kosten- und Ertragspotenzialen zusammen. Dem Kaufpreis von 17,6 Mrd. S stünden somit nach Realisierung der Integration ein Beitrag beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von rund 1,6 Mrd. S sowie die 900 Mill. S Synergiepotenzial gegenüber. Bis zur vollen Wirksamkeit werde mit einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren gerechnet. Die Aktienübertragung soll am 30. November erfolgen, die Satzungsänderung am 1. Dezember in einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen werden. Keine Kündigungen Zu Kündigungen werde es im Zuge der Integration nicht kommen, betonte Elsner. Bei rund 4.700 Mitarbeitern in der Gruppe liege die natürliche Fluktuation bei rund 300 Personen, das werde ausreichen, um die nötigen Optimierungen vorzunehmen. Von den rund 2.000 Beschäftigten der P.S.K. sind 450 Beamte, denen allenfalls noch ein Angebot gemacht werde. Bei der Zusammlegung von Abteilungen werde niemand in seinem Einkommen beschnitten, betonte der BAWAG-Chef. Die beiden Vertriebseinheiten werden zentral gesteuert werden, Zusammenlegungen im IT und Treasury-Bereich erfolgen. Ob es zu einer Ausgliederung des Zahlungsverkehrs komme, sei noch offen. Dichtestes Vertriebsnetz in Österreich Die BAWAG/P.S.K.-Gruppe verfüge mit rund 2.500 Outlets, davon rund 2.300 Postämter, über das dichteste Vertriebsnetz in Österreich. Der Großteil der Outlets werde bestehen bleiben, so Elsner. Schließungen von Postämtern seien gemäß Postvertrag mit der P.S.K. zu diskutieren. Bei den 22 P.S.K.-Filialen (ehemalige P.S.K.-Bank-Zweigstellen) werde noch überprüft, "ob wir alle brauchen". Es sei davon auszugehen, dass ein flächendeckendes Netz erhalten bleibe, denn BAWAG/P.S.K. wollten als starke Nahversorger auftreten, so der künftige P.S.K.-Vizechef Karl Stoss bei der heutigen Pressekonferenz. Briefträger verkaufen Kredite Anbieten werde die P.S.K. über die Postämter hoch standardisierte Produkte, das Zweigstellennetz der BAWAG eigne sich eher für beratungsintensive Produkte. Die Zahl der Schwerpunktpostämter, in denen in einem Shop-in-Shop-Konzept mehr Finanzdienstleistungen angeboten werden, soll von derzeit 150 auf 200 ausgebaut werden. Eingebunden werden in den Vertrieb von P.S.K.-Produkten im Laufe des kommenden Jahres auch die Briefträger, die nach Schulungen standardisierte Produkte wie Kredite und Spareinlagen verkaufen können, so Elsner . Dies werde auch entsprechend honoriert. (APA)