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Baltimore- Aspirin, etabliertes Präparat zur Senkung des Herzinfarktrisikos, wirkt nur bedingt bei Patienten mit erhöhtem Cholesterolgehalt im Blut. Zu diesem Schluss kommen Mediziner des University of Maryland Medicine Center (UMMC) in Baltimore und liefern damit eine mögliche Erklärung für die Beobachtung, dass etwa ein Viertel der Herzrisikopatienten auf die Behandlung mit Aspirin kaum oder gar nicht ansprechen. Bisher Wirksamkeit nicht nachgeprüft Acetylsalicylsäure, der in Aspirin enthaltene Wirkstoff, hemmt die Aggregation der Blutplättchen. Die regelmäßige Medikamentation mit Aspirin kann dadurch das Risiko eines Herzinfarkts nachweislich senken. "Aus diesem Grund verschreiben wir unseren Herzpatienten auch Aspirin", erklärt Michael Miller, Direktor des Center for Preventive Cardiology am UMMC und Autor der Studie, schränkt aber ein: "Bisher haben wir die Wirksamkeit der Behandlung nicht nachgeprüft. Diese Studie zeigt nun, dass die Aspirin-Behandlung speziell für Patienten mit einem Cholesterolgehalt von mehr als 220 mg/dL nicht geeignet ist." Angesichts der vorliegenden Ergebnisse müsste nach Ansicht der Studienautoren bei solchen Patienten die Behandlungsstrategie überdacht werden. Miller: "Entweder wir erhöhen die Aspirindosis oder wir unternehmen anderweitige Anstrengungen zur Reduktion des Cholesterolspiegels." Die Erhöhung der empfohlenen Tagesdosis für Aspirin erscheint allerdings wegen der Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure problematisch. Forscher der Universität Oxford haben erst jüngst in einer breit angelegten Studie bestätigt, dass durch die anhaltende Verwendung von Aspirin das Risiko von gastrointestinalen Blutungen signifikant ansteigt. (pte)