Ein Sofortprogramm für mehr Ausbildungsplätze im IT- und Telekom-Bereich und mehr Investitionen der Unternehmen in Weiterbildung hat heute, Mittwoch, Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel in einem Pressegespräch gefordert. Die Telekom-Branche wachse schnell und brauche qualifizierte Arbeitnehmer. Die Hälfte aller Jugendlichen, die sich für derartige Ausbildung interessieren, würden derzeit aber abgewiesen, kritisierte Tumpel. Vorbildlich Vorbildlich agiere hingegen die Stadt Wien, die mit Sozialpartnern, Bildungseinrichtungen, Arbeitnehmer-Förderungesfonds und AMS zusammenarbeite, bemerkte Tumpel. Konkret fordert Tumpel zweijährige Kollegs für Maturanten, neue berufsbildende Schulen für Telekommunikation und Information für den technischen und kaufmännischen Bereich, neue Fachhochschulstudiengänge für Informatik sowie geförderte Universitätslehrgänge. Der Bund solle weiters eine Werkmeisterschule für Information und Telekommunikation finanzieren, damit sich auch Berufstätige für die Zukunftsbranche qualifizieren könnten. Kostenlos Um den Lehrermangel an berufsbildenden Schulen zu beheben, sollten arbeitslose AHS-Lehrer aus naturwissenschaftlichen Fächern für Unterricht in Information und Telekommunikation weitergebildet werden. Ebenso wie Schüler sollten auch Lehrlinge kostenlos den europäischen Computer-Führerschein machen können, so Tumpel. Für die Förderung von kostenintensiven Weiterbildungsmaßnahmen sollten in den nächsten drei Jahren 300 Mill. S (21,8 Mill. Euro) zur Verfügung gestellt werden, forderte der AK-Präsident weiter. Damit könnten sich 5.000 Arbeitnehmer österreichweit qualifizieren. Die Arbeitslosenversicherung weise derzeit 5 Mrd. S Überschuss auf, der für Arbeitsmarktmaßnahmen, und nicht für die Budgetsanierung oder die Senkung der Arbeitgeberbeiträge verwendet werden sollte. Die Arbeiterkammern wollen österreichweit mit dem Entwicklungsprogramm "AK plus" verstärkt Programme zur Weiterbildung im IT- und EDV-Bereich anbieten.(APA)