Wien - Der börsenotierte Linzer VA Stahl-Konzern erwartet für das Geschäftsjahr 2000/01 (per Ende März) ein Rekordjahr. Für die Aktionäre wird eine höhere Dividende in Aussicht gestellt, für 1999/2000 waren 30 Prozent gezahlt worden. Im ersten Halbjahr konnte der Konzern-Betriebserfolg (EBIT) um 133,1 Prozent auf 145,0 Mill. Euro (1,995 Mrd. S) mehr als verdoppelt werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (EBITD) stieg um 55,2 Prozent auf 248,3 Mill. Euro, der Periodenübschuss um 58,2 Prozent auf 96,2 Mill. Euro. Die Ergebnisse könnten aber nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden, im vierten Quartal des Geschäftsjahres dürfte es zu Preisdämpfungen kommen, betonte VA-Stahl Generaldirektor Peter Strahammer. Kurz vor Abschluss steht ein Schienen-Joint-Venture in den USA. Die Entscheidung über ein Kompaktstahlwerk soll im Dezember fallen. Voraussichtlich in der kommenden Woche werde ein sehr eng gefasstes Memorandum of Understanding über den Bau eines Schienenwerkes in den USA gemeinsam mit dem US-Stahlhersteller Nucor und dem japanischen Stahlkonzern Yamato unterschrieben, sagte VA Stahl-Vorstand Franz Strutzl am Freitag bei der Halbjahrespressekonferenz. Die VA Stahl werde in das Joint-Venture vor allem ihr Know-How als Sacheinlage einbringen, es sei aber auch nicht ausgeschlossen, dass man Bargeld zuschieße. Investitionsvolumen liege bei 250 Millionen Dollar Der Spatenstich soll im ersten Quartal 2001 erfolgen, der Inbetriebnahme rund zwei Jahre später. Das Investitionsvolumen liege bei 250 Millionen Dollar (292 Mill. Euro/4,0 Mrd. S). Ausgerichtet werde das Werk auf eine Kapazität von rund 500.000 Tonnen sein. Produziert werde vor allem für den Nafta-Raum, also USA, Kanada und Mexiko. Außerhalb der Nafta habe sich die VA Stahl die Exklusivvertriebsrechte für die in den USA erzeugten Schienen gesichert. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die VA Stahl nicht die Mehrheit an dem Joint-Venture übernehmen wolle. Man werde sich aber qualifizierte Minderheitsrechte im Vertrag sichern. Die "sehr schwiergie" Entscheidung über ein Kompaktstahlwerk werde im Dezember fallen, sagte Strahammer. Es sei dabei noch alles offen, also auch ob das Werk überhaupt gebaut werde. Sollte es zu einem Bau kommen sind wie berichtet Polen und Italien als Standort im Gespräch. Strahammer wies heute aber auf die völlig geänderten Rahmenbedingungen auf der Rohstoffseite hin. So exportierten die USA de facto keinen Schrott mehr. In der GUS gebe es zwar große Mengen, diese seien aber logistisch schwierig aufzubringen. Zudem hätten die hohen Gaspreise bereits zum "Einmotten" von Direktreduktionsanlagen geführt. 60 Prozent der operativen Kosten bei einem Kompaktstahlwerk seien allerdings Rohstoffeinsatzkosten. Allerdings habe die VA Stahl auch einen höheren Marktzugang als sie derzeit bieten könne. Heuer werde der Konzern erstmals mehr als 5 Mill. Tonnen Rohstahl erzeugen. Beteiligung an Turiner Autozulieferer Die Voest-Alpine Stahl Linz GmbH hat sich mit 33,33 Prozent am italienischen Unternehmen Turinauto SpA, einem Joint Venture der Automobilzulieferer Stola SpA und ITCA SpA, beteiligt. Das Unternehmen habe die Presswerks- und Türassemblingaktivitäten des bisher zu Fiat gehörenden Werkes in Rivalta (Turin), übernommen, teilte das Unternehmen am Freitag ad hoc mit. Geplant sei, die Geschäftstätigkeit von Turinauto auch auf andere Automobilhersteller auszuweiten, um so zu einem europäischen Spieler in der Herstellung von Karosserieteilen zu werden. Turinauto beschäftigt insgesamt 400 Mitarbeiter und erreicht einen Umsatz in Höhe von rund 120 Mill. Euro (1,65 Mrd. S). (APA) (APA)