Bensheim/Wien - Anfang Dezember wird erstmals weltweit über das Internet eine Graue-Star-Operation aus Afrika übertragen. Anlass ist die viermillionste Augenoperation dieser Art, die von der in Bensheim beheimateten Christoffel-Blindenmission finanziert wird. Der etwa 15-minütige Eingriff wird 2. Dezember gegen 17.00 Uhr in einem Krankenhaus in Kikuyu in Kenia vorgenommen und per Satelliten live übertragen. Er kann unter der Internetadresse verfolgt werden. Die österreichische Organisation der Christoffel-Blindenmission veranstaltet neben der Übertragung im Netz auch eine Vorführung der Operation am Stock-im-Eisen-Platz in der Wiener Innenstadt, die überdies von einem Augenarzt kommentiert werden wird. Die Veranstaltung wird von einem Rahmenprogramm mit prominenten Gästen (unter anderem mit Fritz Muliar und Elfriede Ott) komplettiert. Fakten Nach Angaben der Blindenmission gibt es weltweit über 20 Millionen Menschen, die am Grauen Star erblindet sind. Dabei könne das Augenleiden, eine Eintrübung der Augenlinse, mit einer einfachen Operation geheilt werden. 90 Prozent der Betroffenen lebten jedoch in Entwicklungsländern ohne ausreichenden Zugang zu Krankenhäusern und Augenärzten. Die Ursachen der Krankheit seien noch nicht ganz geklärt, hieß es. Sicher sei, dass Stoffwechselerkrankungen oder auch die Alterung des Gewebes eine Rolle spielten. Bei der unter örtlicher Betäubung durchgeführten Augenoperation werde die trüb gewordene Linse durch eine künstliche Linse ersetzt. Selbst wenn Betroffene schon Jahre zuvor wegen Grauen Stars erblindet seien, könnten sie nach einer Operation wieder sehen. (APA/red)