Die am Freitag im Rahmen des Budgetbegleitgesetzes beschlossenen Änderungen der Werbeabgabe - etat.at berichtete bereits exklusiv über die Novelle - bringen nachträglich eine erheblich höhere Bagatellgrenze als zuvor und sehen Erleichterungen für Sportvereine vor. Die Steuerfreigrenze beträgt nun jährlich 10.000 Euro (137.603 S) und nicht mehr wie bisher 1.000 Euro. Im Gegenzug werden nun aber auch gemeinnützige Organisationen abgabepflichtig. Wie bereits beim ersten Gesetz werden zahlreiche Einzelheiten mit einem ministeriellen Erlass geregelt. Als fix gilt, dass Sportvereine in Zukunft keine Abgabe leisten müssen, wenn ein Sponsoringpaket werbeabgabepflichtige und werbeabgabefreie Leistungen zugleich beinhaltet - wovon im Allgemeinen ausgegangen wird. Generell von der Werbeabgabe ausgenommen sind auch Sportgroßveranstaltungen, wo man davon ausgeht, 75 Prozent der Werbeleistung im Ausland zu sehen ist. Gemeinnützige Organisationen werden dagegen voll abgabepflichtig, was bereits auf Unmut der Diakonie Österreich sowie der Robert Francan, Sprecher der Interessenvertretung österreichischer gemeinnütziger Vereine (IÖGV) gestoßen ist. Doch auch hier soll auf dem Erlassweg differenziert vorgegangen werden. Feuerwehr, Rettung oder Caritas würden wohl auch in Zukunft nicht zur Kasse gebeten werden, heißt es im Finanzministerium. Grundgedanke bei der Streichung der Vereine aus dem Kreis der Ausnahmen war vielmehr, dass nach der früheren Formulierung etwa auch gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften begünstigt wurden. Die "karitativen Vereine" möchte man nun per Verordnung enger definieren. Die Erhöhung der Freigrenze bringt Erleichterungen für zahlreiche "Einzelfälle" - also auch nichtperiodisch erscheinenden Druckwerken. Durch diese neue Regelung werde die Gefahr der Kriminalisierung von zahlreichen kleinen "Werbeleistern" erheblich reduziert, erklärte dazu der Fachverband Werbung und Marktkommunikation am Freitag in einer Aussendung. Am 1. Juni 2000 trat die Werbeabgabe in der Höhe von fünf Prozent in Kraft und ersetzte die bis dahin geltenden unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer und Gemeinden von zumeist zehn Prozent. Laut Fachverband ist für 2001 mit einem Aufkommen von 1,1 bis 1,2 Mrd. S zu rechnen. Für den Fachverband sei die Novellierung des Werbeabgabegesetzes zugleich "ein weiterer Schritt in Richtung einer völligen Abschaffung des weltweiten Steuerunikats", wurde in der Wirtschaftskammer die grundsätzliche Ablehnung der Werbeabgabe betont. (APA)