Hamburg/Ankara - Die in jüngster Zeit in der Türkei auftauchenden angeblichen Picasso-Gemälde, die aus Kuwait stammen sollen, sind wahrscheinlich Fälschungen, berichtet das Hamburger Kunstmagazin "ART" in seiner neuesten Ausgabe. Nach Auskunft des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden sei in Kuwait bis heute kein einziges Werk von Picasso als vermisst gemeldet worden. Zudem erinnere keines der fünf Bilder stilistisch an echte Gemälde des spanischen Malers. Offenbar versuchten Fälscher, mit Hilfe der Kuwait-Legende die Bilder auf den Kunstmarkt zu bringen. Die verbreitete legende will es, dass bisher fünf angeblichen Picasso-Bilder 1990 während des Golfkrieges von der irakischen Armee aus kuwaitischen Palästen, Museen und Privathäusern gestohlen worden sein sollen. Kurdische Schmuggler, so die türkische Darstellung, hätten die Kunstwerke dann im Auftrag irakischer Offiziere in die Türkei geschmuggelt, schreibt "ART". Die Titel der beschlagnahmten Picasso-Bilder wurden mit "Porträt einer jungen Frau", "Bauersfrau", "Hässliche Frau", "Zwei Menschen mit Weingläsern an einem Tisch" und "Nackte Frau" angegeben. Die Bilder waren im Sommer und Herbst in der Türkei aufgetaucht und von der Polizei beschlagnahmt worden. Erst am Mittwoch hatte die Polizei im Südosten der Türkei das fünfte angebliche Picasso-Gemälde, "Nackte Frau", sichergestellt. Zweifel an der Echtheit der Bilder hatte es bereits früher gegeben. (APA/dpa)