"Die kennt ja wieder einmal kein Schwein", beschreibt Gastgeber Werner Geier drastisch das britische DJ- und Produzenten-Team Idjut Boys. "Leider" schiebt er nach, und damit ist klar, dass der Archäologe in Sachen Funk alias DJ Demon Flowers die beiden Londoner in seiner Circulation vorstellen muss. Im Waschzettel zur Veranstaltung, weil Geier natürlich Recht hat und auch der Verfasser dieser Zeilen demnach ein der beiden Herren Unkundiger ist, der Schummelzettel also beschreibt das Werk der beiden als ausgefransten Lo-Fi-House, scheppernd und im Nebel des Dub verschwindend. Dazu fallen Begriffe wie "Party-Animals" und ein sachliches "Pure Genius". Wir glauben das einfach, denn, wer wird denn im Advent lügen wollen? Eben. 2. 12. 3., Meierei im Stadtpark. 22.00 In der Rauchküche des Schikaneder beglückt im Pädagogik-Überraschungs-Club Sleazy Listening DJ Fritz Plöckinger mit Musik zum Thema "Entwürfe und Frühwerke". Das bedeutet, dass Plöckinger Musik von Menschen verlegt, die diese veröffentlichten, bevor sie mit etwas anderem berühmt wurden. Also Hard Rock von Hansi Hinterseer, Streichquartett-Versuche von DJ Ötzi oder deutsche Schlager, gesungen vom Burschenchor Kruder und Dorfmeister. Theoretisch gesprochen. Hingehen und mitraten! 2. 12. 4., Schikaneder, Margaretenstr. 22 21.00 Eine neuen Sauerstoffdefizit-Club hat die Stadt. Doch, doch, das gibt's. Er nennt sich Atemlos und verschreibt sich dem "Trash in einer Welt, die zu steriler Perfektion neigt". Oder so ähnlich steht es jedenfalls im Manifest der Crew von Atemlos. Eh, denkt sich da das Unterhosen-Model und zuckt mit den haarlosen Achseln. Weniger keimfreie Menschen laufen in Scharen ins B 72 und erfreuen sich dort an einem verschwitzten Auftritt der Synthie-Popper Synthetica. Deren Name ist Programm! Am Sonntag geht der Trash-Club dann im Flex gleich in die zweite Runde. Lustig! 1. 12. B 72, 8., Hernalsergürtelbogen 72. 21.00 Ein Club kommt, der andere geht: Soulsugar schließt Ende Dezember seine Pforten. Vier Sonntage hat der geneigte Mensch also noch Gelegenheit, zu herrlich triefenden und ordentlich stampfenden Soul-Klassikern und solchen, die es nie wurden, den Körper zu bewegen. R.I.P. 3. 12. Volksgarten Banane, 1., Burgring 1. 19.00 (Karl Fluch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.11.2000)