Wien - Vergangenen Juni fand im Odeon das als Experiment angekündigte off ballet special , eine Kooperation des Staatsopernballetts mit dem Kulturverein für behinderte und nicht behinderte Menschen Ich bin O.K. statt. Was damals auf der Bühne präsentiert wurde, war nicht nur emotional berührend, sondern tatsächlich ein spezielles Tanzereignis. Mitwirkende und Publikum waren derartig begeistert, dass Staatsoperndirektor Ioan Holender spontan eine Wiederholung an der Staatsoper verkündete. So findet off ballet special unter dem Ehrenschutz von Margot Klestil-Löffler am Sonntag seine Fortsetzung im Haus am Ring. Dem Projekt ging eine monatelange Arbeit voraus, die von der Psychologin Katalin Zanin betreut wurde. Die Gründerin und Leiterin des Vereins Ich bin O.K. setzt sich seit Jahren erfolgreich für den Tanz behinderter Menschen ein. Zanins Prinzip "Davon ausgehen was Behinderte können, nicht was sie nicht können", hat bereits Schule gemacht. Ihre enthusiastischen Tänzer verfügen über individuelle Begabungen, über rhythmisches Feingefühl und vor allem mitreißende Bühnenpräsenz. Den Hauptteil bestimmt ein musikalisches Potpourri, das nach dem persönlichen Geschmack der Mitwirkenden zusammengestellt wurde. Denn die Protagonisten dieser von Zanella sehr einfühlsam gestalteten Aufführung sind nicht die Staatsopernsolisten Wolfgang Grascher und Christian Rovny, sondern eben die zehn Ich bin O.K. -Künstler, die dank ihrer Improvisationsfreude am kreativen Prozess maßgeblich beteiligt waren. (knei/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19. 11. 2000)