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Riad - Unter dem Druck weiter steigender Ölpreise haben die westlichen Industriestaaten die Ölförderländer aufgerufen, die Preise über eine höhere Förderung nach unten zu schleusen. Der weltgrößte Öllieferant, Saudiarabien, erklärte aber die Zeit dafür als "noch nicht reif". Wegen der Prognose eines frühen Wintereinbruchs in den USA hat sich das Barrel Rohöl (159 Liter) in der abgelaufenen Woche weiter um 4,2 Prozent verteuert. An der New Yorker Warenterminbörse kostete das Barrel zur Auslieferung im Dezember zuletzt 35,45 Dollar (41,53 Euro/571,53 S). Die Internationale Energieagentur (IEA) warnte, die Verteuerung des wichtigsten Treibstoffes der Wirtschaft schädige die Wirtschaft. Besonders betroffen seien die asiatischen Entwicklungsländer. Ein zusätzlicher Preisauftrieb droht US-Energieminister Bill Richardson plädierte beim Internationalen Energieforum in Riad (Saudiarabien) für einen Ölpreis zwischen 20 und 25 Dollar je Barrel (159-Liter-Fass). Gemeinsam mit der für Energiefragen zuständigen EU-Vizepräsidentin Loyola de Palacio appellierte er an die OPEC, ihre Pläne für eine Kürzung der Ölförderung im kommenden Frühjahr zurückzunehmen. Andernfalls drohe ein zusätzlicher Preisauftrieb. OPEC wollen einem Preiseinbruch vorbeugen Iran und andere Mitglieder der Organisation Erdöl produzierender Staaten (OPEC) wollen mit der Produktionsdrosselung einem Preiseinbruch vorbeugen. Der saudische Ölminister Ali el Naimi sagte laut saudischer Presseagentur, die Welt benötige kein zusätzliches Ölangebot. Die Zeit für eine weitere Erhöhung der OPEC-Förderung sei noch nicht reif. Der algerische Ölminister und künftige OPEC-Präsident Khakib Khelil plädierte für einen Preis von 25 Dollar, bezeichnete das derzeitige Angebot aber ebenfalls als ausreichend. USA prüft weitere Ölverkäufe aus den Reserven Die USA haben 30 Millionen Barrel Öl aus ihren strategischen Reserven freigegeben, um den Preisauftrieb im Winter zu bremsen. Die letzten Barrel werden im Dezember auf den Markt kommen; weitere Ölverkäufe aus den Reserven werden derzeit geprüft. Auf dem dreitägigen Energieforum versuchten Vertreter von zehn internationalen Organisationen und 40 Staaten - darunter die größten Ölproduzenten und Ölverbraucher - einen Interessenausgleich zwischen Anbietern und Nachfragern zu finden. Der Anstieg des Ölpreises in diesem Jahr hat die Konjunktur in den Industriestaaten gedämpft und die Öl-armen Entwicklungsländer schwer getroffen. Förderländer wie Russland oder Mexiko profitierten hingegen von den hohen Einnahmen. In den Industriestaaten führte die Verteuerung von Treibstoffen zu heftigen Protesten von Lkw-Fahrern und anderen Berufsgruppen. (APA/dpa)