Wien - Trotz des am unteren Ende festgesetzten Ausgabepreises für die Aktien der Telekom Austria (TA), sehen heimische Anlageexperten nicht zwingend auch schon ein gutes Kurspotenzial für die TA-Aktie, zumindest was die kurzfristige Entwicklung anbelangt. "Schnelle Kursgewinne in der Höhe von etwa 20 Prozent sind nicht drinnen", meint ein Fondsmanager der SKWB Schoellerbank am Montag. Dafür habe sich die Bewertung des gesamten Telekom-Sektors in den letzten Monaten zu massiv verschlechtert. Auch ein Anlageexperte der Erste Capital Invest KAG sieht trotz des "extrem günstigen" Preises die TA-Aktie hauptsächlich als langfristiges Investment."Spottpreis" Es sei nicht überraschend, dass die Aktie der TA "zu diesem Spottpreis" gekommen ist, sagte der Fondsmanager der SKWB Schoellerbank. "Der Markt ist derzeit massiv übersättigt, es gibt Telekom-Emissionen noch und nöcher", die Telekom Austria-Aktie konnte nur zu diesem tiefen Preis kommen, kommentiert der Experte das schwache Branchenumfeld. Die meisten internationalen Telekom-Aktien würdeb derzeit am unteren Ende ihres diesjährigen Kursbandes notieren, so der Anlageexperte. Für den Verkäufer, die österreichische Privatisierungsholding ÖIAG, sei der Emissionstermin zu einem ungünstigen Zeitpunkt "geworden", das sei aber nicht absehbar gewesen, so der Experte der SKWB weiter. Auch für den Fondsmanager der Erste Spar Invest KAG ist das derzeitige Umfeld das primäre Argument für den "extrem günstigen" Ausgabepreis der TA-Aktie. Während die Kursentwicklung am morgigen ersten Handelstag nicht einschätzbar sei, zeigt sich der Anlageexperter vom längerfristigen Kurspotenzial der TA-Aktie überzeugt. "Wir werden langfristig eine positive Kursentwicklung sehen". Auf Sicht eines langfristigen Investor werden die privaten Investoren "nicht enttäuscht sein". Potential in zwei bis drei Jahren "Die Story der Telekom Austria wird erst in zwei bis drei Jahren greifen", meinte der SKWB-Fondsmanager weiter. Zu diesem Zeitpunkt werde das Unternehmen ein "seriöses Turnaround-Potenzial" haben. Aus diesem Grund werde auch die TA-Aktie erst in zwei bis drei Jahren interessant werden. Kurzfristig gesehen sei die Branche nicht populär. Mit der TA-Aktie sei es aber ohnehin nie darum gegangen, schnell Gewinne zu machen, das sei auch nie das Ziel der TA-Emission gewesen. Mit der TA-Aktie setze man vielmehr auf den Turnaround des Unternehmens. "Die Gretchenfrage wird sich in zwei bis drei Jahren stellen, wenn das Unternehmen Gewinne schreiben wird", so der Experte weiter. Aber auch dann werde sich die TA gewaltig anstrengen müssen, um dann vor den Investoren im Vergleich mit konkurrenzierenden Unternehmen aus der Telekom-Branche bestehen zu können. Es bleibe fraglich, ob die TA-Aktie angesichts der Alternativen dann die erste Wahl werde. (APA)