Berlin - Die deutsche Dramatikerin Melanie Gieschen und der peruanische Roman-Autor Alonso Cueto haben am Sonntagabend in Berlin den Anna-Seghers-Literaturpreis erhalten. Die mit 50.000 Mark (25.565 Euro/351.776 S) dotierte Auszeichnung der Anna-Seghers-Stiftung ging zu gleichen Teilen an beide SchriftstellerInnen. An der Ehrung in der Berliner Akademie der Künste nahmen auch die Kinder von Anna Seghers, Pierre Radvanyi (74) und Ruth Radvanyi (72), teil. Seghers hatte in ihrem Testament verfügt, dass die Tantiemen ihrer Werke an junge AutorInnen aus der DDR und aus Entwicklungsländern gehen sollten. Seit 1995 vergibt die Anna-Seghers-Stiftung Preise an wenig bekannte NachwuchsautorInnen aus dem deutschsprachigen Raum und Lateinamerika. Mit ihrem ersten Stück "Gnadenlos" habe Gieschen ihre poetische Begabung unter Beweis gestellt, begründete der für jüngere deutsche Literatur zuständige Juror Christoph Hein seine Entscheidung. Die 1971 in Limburg/Lahn geborene Autorin zeichne mit einer lakonischen und kräftigen Sprache Menschen und ihre Verhältnisse ohne beschönigendes Mitleid, aber auch ohne modische Verzerrungen. Die Dramatikerin lebt heute in Kleinmachnow bei Berlin. (APA/dpa)