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Foto: APA/Temmel&Seywald
Eisenstadt - Das Burgenland überlegt eine stärkere Nutzung der Altschilf-Bestände des Neusiedler Sees als Brennstoff. Im Zuge eines Pilotprojekts zur Verbesserung der Wasserqualität im Neusiedler See durch gesteigerte Schilfnutzung wird die thermische Verwertbarkeit des erneuerbaren Energieträgers Schilf getestet. Am Montag startete im Stroh-Fernheizwerk Leithaprodersdorf ein erster Schilf-Verbrennungsversuch. Agrar-Landesrat Paul Rittsteuer versprach dabei eine Studie zum Bau und Betrieb einer Schilf-Großheizanlage. Von den rund 100 km2 Schilffläche auf der österreichischen Seite des Neusiedler Sees werden nur mehr rund 1.000 ha bzw. zehn Prozent genutzt. Sieben Privatbetriebe schneiden ausschließlich einjähriges Qualitätsschilf, das als Dachdeck-Material sowie für Matten und Platten verwendet wird. Dafür gibt es stabile Absätze und Preise. Mehrjähriges Schilf dagegen bleibt derzeit auf Grund zu hoher Erntekosten und fehlender Nachfrage von der Nutzung ausgeschlossen. Die Folge: Die Altschilfbestände vergrößern sich laufend. "Gerade das energetische Potential des Schilfs am Neusiedler See ist eine faszinierende Größe. Würden wir etwa 30.000 Tonnen Altschilf von rund 2.500 ha ernten, könnten wir eine thermische Leistung von rund 60 MW erzielen. Damit könnten jährlich etwa acht Millionen Liter Heizöl substituiert und eine Verringerung der CO2-Emissionen um rund 30.000 Tonnen erreicht werden", sagte Rittsteuer. (APA)