Die Farbe Orange hat im kollektiven Bewußtsein der ÖsterreicherInnen eine Schlagseite bekommen; nur bei wenigen wird die erste Assoziation nicht die an ein paar Jugendliche, gutgelaunte, taxifahrende Fernsehakteure sein. Aber Orange ist auch der Name von Wiens freiem Radio - Orange 94.0 FM. Seit nunmehr zwei Jahren ist der Verein bemüht, Menschen einen offenen Zugang zum Medium Radio zu gewährleisten und Radio jenseits des Mainstreams und der Hitparaden zu machen; rund 500 RadiomacherInnen geben sich im kleinen Studio im neunten Bezirk die Klinke in die Hand und leben ihre Definition von freiem Radio. Das Programm ist so verschieden wie die SendungsmacherInnen, wie ein Sprecher betont. Die Freiheit und das Geld... Finanziell steht der Sender natürlich nicht gerade gut gepolstert da - nicht zuletzt weil auf Werbeeinschaltungen völlig verzichtet wird, um völlige Unabhängigkeit zu gewährleisten. „Die neun Freien Radios in Österreich sehen sich in ihrer Existenz bedroht: Die Fördersumme aus dem Kunstbudget werde heuer drastisch gekürzt, für das kommende Jahr wolle Kunststaatssekretär Franz Morak (ÖVP) ein „Ausstiegsszenario aus der Budgetförderung“ vorgelegt bekommen...“ so die Pressemeldung vom STANDARD am 22.Mai 2000. Seid dem hat sich bei Orange 94.0 viel getan. – Der Sender versucht nun, sich die Unterstützung, die die Regierung ihnen verweigert, aus dem Radioumfeld - der Community - zu erhalten. Mit einer wienweiten Sponsoringaktion will der nichtkommerzielle Lokalsender in den kommenden Wochen auf sich aufmerksam machen. Rund 30 Unternehmen und Organisationen konnten für eine finanzielle Unterstützung gewonnen werden.
Der OrangenzumSingenbringer. Bild: Ruud Klein
Cartoons von Haderer und Klein Die zwei Cartoonisten Gerhard Haderer und Ruud Klein zeichneten zwei Plakate, die Sujets nehmen direkten Bezug auf die finanzielle Situation des Senders: "Gebt mir Geld, und ich bringe diese Orange zum Singen", fordert der Cartoon von Ruud Klein. Gerhard Haderer zeichnete Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), dem angesichts eines kleinen Radios ein kräftiger Windstoß um die Ohren bläst. Die Plakate werden in den Stationen der U3 und U4 ebenso affichiert wie in Wiener Lokalen, auf den Infoscreens der Wiener Linien, in den Print-Ausgaben des STANDARD und im FALTER. Die Motive sind auch als Boomerang Cards in Lokalen, Kinos und Unis erhältlich, sowie auf der Website von Orange: www.cartoon.orange.at . Und natürlich bei derStandard.at. (mc/APA)
Frischer Wind in Österreich... Bild: Haderer