Weiblich, jung und einsam: So ist nach einer Studie der Universität Augsburg der durchschnittliche "Big Brother"-Fan. Die ZuschauerInnen treibe vor allem die Neugier vor den Fernseher, so Prof. Dr. Jürgen Grimm. StudentInnen der Hochschule hatten während der ersten "Big Brother"-Staffel im vergangenen Jahr 815 Menschen zu Zlatko, Jürgen & Co. befragt. Die Menschenwürde sehen die meisten ZuschauerInnen durch die Container-Sendung nicht verletzt. Motivforschung Die Motive für den "Big Brother"-Konsum sind der Studie zu Folge verschieden. Auffällig sei allerdings, dass Einsamkeit gerade unter den VielseherInnen ein wichtiger Beweggrund sei, sagte Grimm. Die Sendung biete die Möglichkeit, an einer Gemeinschaft teilzunehmen. Aber auch reine Neugier oder die Tatsache, "dass man sich über einzelne Mitwirkende so schön aufregen kann", geben viele der Befragten als Motiv an. Frage des Alters Gerade unter den VielseherInnen, die täglich die neuesten Entwicklungen im Container verfolgen, sind der Studie zu Folge die ZuschauerInnen in der Mehrzahl - ein Trend, der sich bei "traditionellen" Daily Soaps allerdings viel stärker fest stellen ließe, sagte Grimm. Eine große Faszination übt "Big Brother" darüber hinaus auf die Jugend aus: So finden sich in der Gruppe der Zehn- bis 17-Jährigen am meisten "Big Brother"-Fans. Mit wachsendem Alter der ZuschauerInnen steigt tendenziell auch die kritische Haltung gegenüber der Sendung. Zum Erfolg der zunächst stark umstrittenen Sendung hat nach Überzeugung von Grimm nicht nur die anfängliche Medienhysterie beigetragen. Gerade dass bei aller Inszenierung immer wieder Authentizität durchbreche, mache für viele ZuschauerInnen den Reiz aus. Für den Erfolg von "Big Brother" sei es deshalb wichtig, dass die MacherInnen nicht zu viel Einfluss nähmen. Dass bereits gescheiterte BewohnerInnen etwa eine zweite Chance bekämen, könne für das "Phänomen Big Brother" den Anfang vom Ende bedeuten, sagte Grimm. (APA/red)