Jerusalem - Von den arabischen Ländern ist Ägypten eines der wenigen Länder, das überhaupt volle diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält - seit dem Friedensabkommen von 1979. Mit Botschaftern präsent sind auch Jordanien (seit 1994) und Mauretanien (seit einem Jahr). Ansonsten ist Israel ein ungeliebter Nachbar. 23 Jahre nach dem historischen Besuch des damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat in Jerusalem bewegen sich die Beziehungen des jüdischen Staates zu den arabischen Ländern der Region zwischen eisiger Kälte und offener Feindschaft. Alle Hoffnungen Israels, nach den Friedensschlüssen mit Ägypten und Jordanien auch zu einer Normalisierung der Beziehungen mit dem Rest der arabischen Welt zu gelangen, erfüllten sich bisher nicht. Ohne Friedensabkommen mit den Palästinensern ist dies vermutlich auch in Zukunft nicht möglich. Die israelische Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten, die Annektierung von Ost-Jerusalem, die blutige Niederschlagung des ersten Palästinenseraufstands und schließlich Israels Einmarsch in Libanon 1982 waren Nahrung für weitere Feindseligkeiten. Ägypten zog 1982 schon einmal seinen Botschafter ab. Die diplomatischen Kontakte wurden zwar auch in dieser Zeit aufrecht erhalten, die Beziehungen zwischen beiden Ländern konnten sich von dem Rückschlag jedoch nie ganz erholen. Mit Irak, Syrien und dem Libanon befindet sich Israel seit 1948 im Kriegszustand. Mit Syrien und Libanon wurden Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Der Golfstaat Katar schloss die israelische Handelsvertretung Anfang November kurz vor dem Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz in Doha. Die Golf-Monarchie Oman hatte ihr Handelsbüro in Tel Aviv und das Israels in der Hauptstadt Maskat bereits im Oktober dicht gemacht. (APA)