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Frankfurt - Die SteelDex AG will mit einem weiteren Internetmarktplatz, der www.SteelDex.com, der europäischen Stahlbranche den virtuellen Handel schmackhaft machen. Eigentümer an SteelDex, einer Ende 1999 von der Thyssen Mannesmann Handel und der französischen Champion gegründete Handelsfirma, sind zurzeit insgesamt 16 europäische Stahlunternehmen. "Im kommenden Jahr sollen insgesamt 1000 Millionen Tonnen Stahl der unterschiedlichen Qualitäten gehandelt werden", sagt Moritz Spilker, Vorstand der SteelDex AG. Beträchtliche Einsparungen Die Stahlindustrie, die jährlich etwa 700 Milliarden US-Dollar (rund elf Mrd. Schilling) Umsatz erzielt, erhofft sich durch Internetmarktplätze beträchtliche Einsparungen, beispielsweise bei der Lagerhaltung und beim Bestellwesen. "Über das Internet könnte eine neue Börse entstehen, die zu mehr Transparenz bei den Stahlpreisen führen würde", so Spilker. Der US-Softwarehersteller Broad Vision liefert dabei die Business-to-Business-Programme, die eine vollständige Vernetzung der Geschäftsprozesse zwischen den beteiligten Unternehmern ermöglichen. Die Bereiche Produktion, Verkauf, Finanzierung, Logistik sowie Buchhaltung sollen dabei in einer ununterbrochenen Wertschöpfungskette als Programm elektronisch abgebildet werden. Parallel dazu soll der Informationsfluss zwischen Anbieter und Käufer über die SteelDex- Plattform koordiniert werden. VA Stahl bleibt draussen Die österreichische VA- Stahl wird auf SteelDex.com nicht aufspringen, erklärte Sigrid Brandstätter, Sprecherin der VA Stahl dem Standard. Zusammen mit dem Stahlriesen Rautaruukki aus Finnland, dem italienischen Konzern Riva sowie mit der US-Handelsplattform e-Steel hat die die VA Stahl bereits im Juni erklärt, einen eigenen Marktplatz zu gründen. Nicht mehr heuer, wie angekündigt, sondern voraussichtlich mit Beginn des neuen Geschäftsjahres ab April 2001 wollen die Linzer Stahlproduzenten online handeln. Gemeinsam setzten die vier Unternehmen pro Jahr rund 25 Millionen Tonnen Stahl um, das entspricht etwa einem Viertel der Menge, die über SteelDex.com 2001 gehandelt werden soll. Als Hemmnis des Stahlhandels via Internet gelten neben der Vielfalt der Stahlprodukte vor allem die langfristigen Verträge der Stahlproduzenten. (Thomas Jäkle, DER STANDARD, Printausgabe 22.11.2000)