University Park/Pennsylvania - Viren, die Krankheitserreger von Ebola, HIV oder Grippe sind, öffnen die Hülle einer gesunden Zelle mit einem ausgeklügelten Mechanismus. Wie Mediziner der Pennsylvania State Universität in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of National Academy of Science (PNAS) berichten, reifen die Viren erst auf der äußeren Zellmembran heran und klemmen diese ein. Erst danach wird die Hülle für das Virus durchlässig. Die Zelle wird infiziert und das fremde Erbgut in den Zellkern eingebaut. Die Reifung und das Abklemmen der Zellmembran nennen die Forscher "Knospen". Für diesen Prozess benötigt das Virus das Polypeptid Ubiquitin. Mit dieser Entdeckung hoffen die Wissenschaftler, eine Möglichkeit zu finden, das "Knospen" zu verhindern. Gelingt dies, wäre eine Infektion der gesunden Zelle nicht mehr möglich. Der betroffene Mensch wäre gegen die Krankheit gefeit. Wenn der Mechanismus des "Knospens" in Zukunft vollständig entschlüsselt ist, halten die Forscher wirksame Antiviren-Medikamente für möglich. Diese könnten analog zu den heute verwendeten Breitband-Antibiotika gegen bakterielle Infektionen gegen viele Virenerkrankungen gleichzeitig wirken. (pte)