Wien - Die Austrian Airlines-Gruppe hat nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2000 konsolidiert ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 261,3 Mill. S (19 Mill. Euro) erzielt. Das ist ein kräftiger Absturz gegenüber dem Vergleichszeitraum 1999, als ein positives EGT von 341 Mill. S erzielt wurde, doch eine Verbesserung gegenüber dem Halbjahres-EGT, als der Verlust noch -346,5 Mill. S betrug. Um Sonderfaktoren bereinigt beträgt das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) - 546 Mill. S (40 Millionen Euro). Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von -641 Mill. S erwartet. Als Sonderfaktoren gelten in diesem Zusammenhang "Erlöse aus Sachanlagen" wie Flugzeugverkäufe im Ausmaß von 516 Mill. S sowie "als einmaliger Sonderfaktor" Vorsorgen für Verluste bei der defizitären Lauda Air in der Höhe von 231 Mill. S. Damit habe man im Konzern Vorsorgen Konzern für das negative Lauda Air-Ergebnis berücksichtigt. Unterdessen hat Niki Lauda den Verlust der Lauda Air im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 (per 31. Oktober) nach oben revidiert: War bisher wiederholt von minus 558 Mill. S die Rede gewesen, so bezifferte er den Verlust heute auf rund 800 Mill. S. Die Umsatzerlöse der AUA-Gruppe verbesserten sich in den ersten neun Monaten um 12,3 Prozent auf 16,69 (14,86) Mrd. S. Positives Jahresergebnis erwartet Die Ergebnisverbesserung hätte ohne notwendige Vorsorgen im Konzern für das negative Ergebnis der Lauda Air "deutlich höher ausfallen können", teilte die AUA am Mittwoch mit. Trotz aller Negativfaktoren wie ein schwieriges Umfeld erwartet der AUA-Konzern "dank weitreichender Steuerungsmaßnahmen ein positives Jahresergebnis". Der AUA-Gruppe haben neben den Problemen mit der zuletzt schwer defizitären 35,9-Prozent-Tochter Lauda Air vor allem die hohen Treibstoffpreise, der Dollarkurs sowie eine zu Jahresbeginn deutlich gedämpfte Nachfrageentwicklung zu schaffen gemacht. Die AUA nahm darauf die gegenüber 1999 ausgeweitete Produktion im Vergleich zu den Planzahlen um 4 Prozent zurück. Ein 700 Mill. S schweres Maßnahmenpaket soll den negativen Effekten entgegenwirken. Es sieht neben Aufnahme- und Investitionsstopps zusätzliche Produktionsanpassungen und "punktuelle, marktverträgliche Preiserhöhungen" vor. Steigendes Passagieraufkommen Positiv war die Entwicklung des Passagiervolumens der Austrian Airlines-Gruppe, bestehend aus der AUA, Lauda Air und der 100-Prozent-Tochter Tyrolean Airways: Insgesamt wurden bis Ende September 6,530.805 Passagiere im Linien und Charterverkehr befördert, das ist gegenüber dem Vergleichszeitraum ein Plus von 4,9 Prozent. Die Auslastung im Passagierlinienverkehr verbesserte sich um 2 Prozentpunkte auf 68,7 Prozent. Seit dem zweiten Quartal wirke sich der Allianzwechsel in die Star Alliance bereits positiv aus, die Auslastung lag allein im dritten Quartal bereits bei 72,9 Prozent. (APA)