Linz - "Die Frau in der Kunst sichtbar machen." Das ist erklärte Ziel des Linzer Frauenvereins Fiftitu (Name von engl. "52"; Prozent-Anteil der Frauen an der Weltbevölkerung). Andrea Mayer-Edoloeyi hat zur Erreichung dieses Ziels eine Studie erstellt, die die Bedürfnisse von Frauen in der Kulturwelt erhebt. 64 Prozent der befragten Künstlerinnen in Oberösterreich meinen nämlich, dass "männliche Künstler es leichter haben, weil sie über bessere Netzwerke verfügen". Das logische Resultat aus der Studie: Die Frauen bauen sich ihre eigene "Vernetzungsstelle" auf. Vermeintliche Selbstverständlichkeiten Hedi Hofstadler und Herta Gurtner von Fiftitu wollen in der "Vernetzungsstelle" künftig vor allem Lobbying für Frauen machen. Aber nicht nur "vermeintliche Selbstverständlichkeiten" wie das paritätische Besetzen von Fach-Jurys wollen sie durchsetzen. Es gehe auch um Grundsätzliches wie die Leistungen der Frau in der Kunst oder ihre soziale Absicherung. Fiftitu will dafür als Trägerverein gut 1,5 Mio. Schilling (109.009 EURO) auftreiben und Künstlerinnen mit Kontakten, Informationen und Infrastruktur fördern. Rückenwind für ihre Pläne erhoffen sich Hofstadler und Gurtner vom im März vom Linzer Gemeinderat beschlossenen "Kulturentwicklungsplan". Darin ist eine Vernetzung explizit vorgesehen. Wenig Freude haben die Fiftitu-Frauen damit, einen Mann an vorderster Front für ihre Ziele einzuspannen. Besser sei es, wenn Frauen für Frauen redeten. (aw) (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 23.11.2000)