Wien - Der Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ, mit dem die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung aufgefordert werden, die Vorgänge in dem burgenländischen Skandal "umgehend aufzuklären", wurde heute im Parlament von den Koalitionsparteien angenommen. Die Aufklärung soll demnach in allen Details, auch was mögliche Schmiergeldzahlungen oder Parteienfinanzierungen Hom-Ruschs betrifft, erfolgen. Zugestimmt haben auch die Grünen. SPÖ-Klubchef Peter Kostelka hatte zuvor erklärt, dem Antrag im Kern zustimmen zu können. Allerdings seien bei der Ausarbeitung "Fehler" passiert. So werde dem früheren SPÖ-Finanzminister Rudolf Edlinger Amtsmissbrauch vorgeworden, obwohl der burgenländische Untersuchungsausschuss das Gegenteil erbracht habe. Die SPÖ brachte daher einen eigenen Antrag ein, in dem auch auf die Spitzelaffäre verwiesen wurde. Dieser Antrag blieb mit Unterstützung lediglich der Grünen in der Minderheit. Einige Konsequenzen für die Steuerzahler erwartet Finanzminister Karl-Heinz Grasser im Zusammenhang mit dem Bank-Burgenland-Skandal. Wie er in der Beantwortung einer Dringlichen Anfrage Donnerstagnachmittag betonte, werde es eine Frage der Budgetpolitik des Landes sein, wie die Mittel für den etwaigen Haftungsfall aufgebracht werden. Möglich seien dabei Leistungskürzungen oder Steuererhöhungen: "In jedem Fall wird der Steuerzahler die Rechnung zahlen müssen." (APA)