Wien - Selbstbewusster sollen Mädchen nach dem Wunsch von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) werden. Nach wie vor lassen sich die Hälfte der weiblichen Lehrlinge zur Friseurin, Einzelhandels- oder Bürokauffrau ausbilden. Allerdings gebe es "viel mehr Berufe als ihr glaubt", betonte Gehrer am Mittwochabend bei der Abschlussveranstaltung des vor drei Jahren initiierten "Aktionsplans 2000" zur Förderung und Gleichstellung von Frauen. Abgelöst wird diese Initiative nun vom "Aktionsplan 2003" unter dem Titel "Gender-Mainstreaming & Frauenförderung in Schule und Erwachsenenbildung". "Mehr junge Frauen, die sich mit dem Internet auskennen" Den Teilnehmerinnen am "mobilen Mädchenevent" MÄD, bei dem die Teilnehmerinnen Workshops zu den Schwerpunkten "Selbstbehauptung", "Berufsorientierung" und "Neue Medien und Informationstechnologien" absolvierten, wollte Gehrer Alternativen näher bringen: "Wir brauchen mehr junge Frauen, die mit dem Computer umgehen können und sich mit dem Internet auskennen." Mathematik und naturwissenschaftliche Fächer würden Mädchen genauso gut beherrschen wie die Burschen. "Nicht nur die Buben schuld" Gleichzeitig forderte sie aber auch die Mädchen zu mehr Initiative auf. Allein mit der Forderung "Frauen in die Technik" aufzutreten sei zu wenig, wenn die einzelnen jungen Frauen ein "Aber ich nicht" anfügen würden. Ins gleiche Horn stieß der Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz (S). Am niedrigen Mädchenanteil an HTLs seien "nicht nur die Buben schuld, die hingehen, sondern auch die Mädchen, die nicht hingehen". Eine HTL sei heute keine Schule mehr, an der man nur mit großen Körperkräften Erfolg haben könne. Seit kurzem gebe es in Wien-Ottakring die erste weibliche HTL-Direktorin, die es sich zum Ziel gesetzt habe, mehr Mädchen für technische Fachgebiete zu gewinnen. Im "Aktionsplan 2003" sind unter anderem Maßnahmen in den Bereichen "Schulqualität und Chancengleichheit", "Geschlechtssensible Berufsorientierung/Mädchen und Technik", "Entwicklung von Netzwerken/Unterstützung durch Beauftragte", "Gleichbehandlung und Frauenförderung" sowie "Erwachsenenbildung - Frauen und neue Technologien" geplant. (APA)