Linz/Prag - Der geplante neuerliche "Temelin-Gipfel" zwischen dem österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und dem tschechischen Ministerpräsidenten Milos Zeman wird am 12. Dezember stattfinden. Dies gab der oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer am Freitag bekannt. Der Ort des Treffens steht noch nicht fest, die Rede war zuletzt vom Raum Wien. Pühringer im Hinblick auf dieses Gespräch der Regierungschefs: "Zentrale Forderung Österreichs muss aus oberösterreichischer Sicht eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung für die Gesamtanlage des AKW Temelin sein". Denn diese Gesamt-Umweltverträglichkeitsprüfung führe zu einem Stopp des Projekts Temelin, ist Pühringer überzeugt. Der tschechische Außenminister Jan Kavan erklärte am Rande der "Europäischen Konferenz" im französischen Ort Sochaux, an dem Treffen Zeman-Schüssel werde "höchstwahrscheinlich" auch der EU-Erweiterungskommissär Günter Verheugen teilnehmen. Kavan betrachtet die Blockierung des Energie-Kapitels in den Beitrittsverhandlungen Tschechiens mit der EU durch Österreich als "eine ausgesprochen vorübergehende Angelegenheit". Österreich werde seine Position "sowieso nicht lange halten können", weil es damit erneut in die Isolation geraten würde. Völliges Unverständnis für die "plötzlichen Lobeshymnen" auf Temelin von Seiten des EU-Kommissärs Verheugen äußerte am Freitag SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima. Für Verheugen (SPD) sei Temelin nach den geplanten Änderungen das "vermutlich sicherste Kernkraftwerk Europas". "Man kann diese Einschätzung wohl nur als Realitätsverweigerung bezeichnen", so Sima in einer Presseaussendung. "Temelin wird, wenn alle geplanten Änderungen vollzogen sind, das vermutlich sicherste Kernkraftwerk Europas sein", hatte Verheugen laut einem Bericht des "Münchner Merkur" in Brüssel erklärt. (APA)