Klagenfurt - Die Talfahrt der Bau-Holding-Aktien liegt nach Ansicht von Firmenchef Hans-Peter Haselsteiner nicht an seinem Unternehmen, sondern an "Außenfaktoren". Er macht den Börsenplatz Wien mit verantwortlich für den Kurssturz. Die Bau Holding habe unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen ein sehr erfolgreiches Jahr absolviert, sagte Haselsteiner. Zahlen gab er nicht bekannt. Das größte Einzelprojekt der kommenden Jahre mit 1,17 Mrd. S (850 Mill. Euro) sei der Bau einer Autobahn in Polen. Er sei durch den Kursverlust seines Aktienpaketes weder ärmer noch reicher geworden, meinte Haselsteiner heute, Freitag, am Rande eines Pressegespräches in Klagenfurt: "Ich sehe meine Aktien nicht als Geld, sondern als Verantwortung." Die Bedingungen auf dem heimischen Markt für die Bauwirtschaft seien extrem schwierig, betonte Haselsteiner. Mit ein Grund dafür sei der Rückgang an öffentlichen Aufträgen: "Das Leben wird natürlich schwieriger, wenn sich die Regierung über Nacht ein Nulldefizit einbildet." Zugewinn sei nur im Osten möglich Als Reaktion darauf müsse man Kapazitäten zurückfahren, auf allen Ebenen Einsparungspotenziale suchen und realisieren und damit die Kostenführerschaft verteidigen. Haselsteiner: "Das ist unbedingt notwendig, damit, wenn einer aus dem Markt kippt, es nicht wir sind." Dazu weicht die Bau Holding immer stärker ins Ausland aus, und da vor allem in den osteuropäischen Markt. In Westeuropa könne man maximal Marktanteile verteidigen, ein Zugewinn sei nur im Osten möglich. Als größtes Einzel-Bauprojekt der nächsten Jahre kündigte Haselsteiner den Bau eines Teils der osteuropäischen Autobahnverbindung von Frankfurt/Oder über Warschau nach Kiew an: "Die Bau Holding macht dort einen Abschnitt von 150 Kilometer als Neubau, 80 Kilometer werden aus- und umgebaut." Man sei auch am Betrieb der Autobahn mit beteiligt, der Anteil der Bau Holding an der Betreibergesellschaft liege bei zehn Prozent. Aktien-Rückkauf gestartet Bau-Holding-Chef Hans-Peter Haselsteiner gab weiters am Freitag bekannt, dass sein Unternehmen jetzt die schon vor über einem Jahr von den Aktionären abgesegnete Aktien-Rückkauf-Aktion startet und neben der Wiener Börse auch eine Notiz in Frankfurt anstrebt. Dieser HV-Beschluss werde demnächst im Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlicht, so Haselsteiner. Angestrebt werde ein Rückkauf von rund 700.000 Stück Bau-Holding-Aktien zu je 20 Euro (275 S). "Wir dürfen maximal 10 Prozent der Aktien zurückkaufen", erinnerte Haselsteiner gegenüber Radio Kärnten. (APA)