Wien - Gegen eine "Zerschlagung" des sozialen Wohnbaus hat sich am Freitag auch der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Herbert Tumpel, ausgesprochen. In einer Presseaussendung kritisierte Tumpel die von den Regierungsparteien heute Nacht abgesegneten Pläne, Genossenschaftswohnungen des Bundes an private Immobilienfirmen zu verkaufen: "Diese werden dadurch zum Spekulationsobjekt." Anstatt Wohnen billiger zu machen, müssten die Genossenschaftsmieter mit "massiven Verteuerungen" und "Verschlechterungen im Mieterschutz" rechnen. Die Regierung setze damit ihre Belastungen auf Kosten der Mieter fort. Für bis zu 400.000 Bewohner würde das ab 1. Jänner weniger Wohnsicherheit bedeuten. Private Vermieter würden bei laufenden Mietverträgen im Schnitt um 500 bis 600 S mehr Miete pro Monat verlangen, bei Neuvermietungen durchschnittlich sogar 2.000 S (145 Euro) mehr, wie AK-Experten errechnet haben. Tumpel befürchtet zudem, dass in der Folge auch für alle anderen Genossenschafts- und Eigentumswohungen, die von Genossenschaften verwaltet werden, die Wohnungsgemeinnützigkeit gestrichen werden könnte. "Die Regierung setzt damit einen wesentlichen Schritt zur Zerschlagung des sozialen Wohnbaus. Die Konkurrenz zu privaten Immobilienfirmen soll beseitigt werden, damit deren Renditen auf Kosten der Mieter steigen", meinte der AK-Chef. (APA)