Pristina - Nach tagelangen gewalttätigen Zusammenstößen haben sich Albaner und Serben im südserbischen Grenzgebiet zum Kosovo auf eine Einstellung der Kämpfe geeinigt. "Die Polizei des serbischen Innenministeriums und die bewaffnete Gruppe des Presevo-Tals haben sich in der vergangenen Nacht auf eine Waffenruhe verständigt", sagte ein Sprecher der multinationalen Friedenstruppe KFOR am Samstag in Pristina. Die KFOR sei an den Verhandlungen beteiligt gewesen. In der so genannten Sicherheitszone entlang der Grenze sei es am Morgen zu keinen neuen Gefechten gekommen, sagte KFOR-Sprecher Mark Whitty weiter. In Südserbien war es in den vergangenen Tagen zu Zusammenstößen zwischen serbischen Polizeikräften und radikalen albanischen Kämpfern von der "Befreiungsarmee für Presovo, Medvedja, Bujanovac" (UCPMB) gekommen. Brennpunkt der Kämpfe war das Gebiet um Presevo, wo 70.000 albanischstämmige Menschen leben. Mehrere hundert Menschen waren in den vergangenen Tagen in das Kosovo geflohen. Die Belgrader Führung hatte am Freitag ultimativ gedroht, Einheiten in das entmilitarisierte Grenzgebiet zum Kosovo zu entsenden. Die Kosovo-Friedenstruppe KFOR habe bis Montagabend Zeit, die Gewalttaten albanischer Unabhängigkeitskämpfer in Südserbien zu unterbinden, lautete das Ultimatum aus Belgrad. Präsident Kostunica fordert Rugova zur Dialogaufnahme auf Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat den gemäßigten Albaner-Führer Ibrahim Rugova zur "möglichst baldigen" Aufnahme des Dialogs über das Kosovo aufgefordert. "Keine von außen aufgedrängte Lösung wird für das Kosovo, Serbien, Jugoslawien und den Balkan etwas Gutes bringen", heißt es im Schreiben, das Kostunica an Rugova richtete. Er sei überzeugt, dass eine Lösung möglich sei. "Es lohnt sich nicht, das Problem zu verheimlichen. Es gilt, sich mit ihm zu befassen. Und zwar möglichst bald", heißt es laut Medienberichten im Schreiben Kostunicas. Der jugoslawische Präsident hat in seinem Schreiben auch Beileid wegen der Ermordung von Xhemail Mustafa, einem der engsten Mitarbeiter von Rugova, bekundet. Mustafa war vor zwei Tagen vor seinem Wohnhaus in Pristina mit drei Kopfschüssen getötet worden. (APA)