Graz - Zur drohenden Gesundheitsgefährdung auf Grund von BSE-verseuchten Rindern nahmen der steirische Agarreferent Erich Pöltl sowie sein Kärntner Amtskollege Georg Wurmitzer Stellung. Beide appellierten eindringlich an die Landwirte, nach den jüngsten Vorfällen in Deutschland vorläufig keine Rinder zu importieren. Pöltl bezeichnete Rinder-Import im Moment als "Hasardspiel", Wurmitzer sprach von "grober Fahrlässigkeit". Seiner Meinung nach könne man derzeit BSE-Fälle in Österreich "eher" ausschließen, so Erich Pöltl. "Der Rinderimport ist ja die Ausnahme. Und da gibt es eine dreimonatige Quarantäne", erklärte der steirische Agrarlandesrat. Züchter und Tierhalter ersuche er daher dringendst, von einer Einfuhr abzusehen. "Vielleicht schaffen wir es, eine Insel zu bleiben", meinte Pöltl. Von "Panikmache" wollte auch der Kärntner Agrarrefernt Georg Wurmitzer nichts wissen, doch er sieht konkreten Anlass zur Sorge: Ihm seien derzeit zwei importierende Landwirte in Kärnten bekannt. Beide habe er brieflich ersucht, keine weiteren Rinder einzuführen, "weil das Risiko zu groß ist", so Wurmitzer. Österreich soll entschieden handeln Auch Österreich müsse nun in Sachen BSE-Seuche entschieden handeln, forderte der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, am Sonntag in einer Aussendung. Es müsse zu einem umfassenden Verbot von Tiermehl bei allen Nutztieren - also auch Geflügel - kommen und zur Einführung von flächendeckenen BSE-Schnelltests bzw. Früherkennungstests. Im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung aber auch unserer Exportwirtschaft, müsse die Bundesregierung strenge BSE-Regelungen verabschieden, wie sie nun auch in Deutschland ergriffen werden. "Wer die Gefahr noch länger leugnet und nicht handelt, agiert fahrlässig. Und es besteht Gefahr in Verzug, das zeigen die jüngsten Rinderwahn-Erkrankungen in Europa", so Grünewald. Die Konsumentensprecherin der Grünen, Gabriela Moser kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung die finanziellen Mitteln des Bundes für Lebensmittelkontrollen gesenkt hat. "Diesen ohnedies bescheidenen Betrag auch noch abzusenken, ist vor dem Hintergrund von BSE, Gentechnik, Homonbeigaben unverantwortlich und politisch extrem kurzsichtig. Gerade flächendeckende BSE-Früherkennungstests kosten Geld, doch die blau-schwarze Regierung spart bei unserer Gesundheit", so Abgeordnete Moser. Verbot gefordert Als "längst überfällig" bezeichnete SP-Umweltsprecherin Ulli Sima ein umfassendes Verbot für die Verfütterung von Tiermehl in Österreich. "Nach Frankreich hat nun auch Deutschland ein solches Verbot verhängt. Es ist nun höchst an der Zeit, dass auch in Österreich derartige Schritte unternommen werden." Nach dem Auftreten von etlichen BSE-Fällen in Großbritannien wurde 1990 in Österreich ein Tier- und Knochenmehl-Verfütterungsverbot für Nutztiere verhängt. "Doch in den Futtertrögen von Schweinen und Geflügel landet weiterhin Tiermehl", so Sima. "Die widersinnige Praxis der Verfütterung von Tierkadavern" müsse endgültig abgestellt werden, bevor es zu spät ist. (APA)