Lake Louise - Über eine Niederlage von Hermann Maier macht man sich nicht ungestraft lustig. 24 Stunden nachdem der Ski-Gigant aus Salzburg in der Abfahrt nur Platz 15 belegt hatte, gewann Maier am Sonntag in Lake Louise/Kanada den Super G und feierte dabei ein Jubiläum: Es war der 30. Weltcup-Sieg des Olympiasiegers, der 14. im erst 23. Super G des Flachauers. Maier kommt damit auch wieder als Weltcup-Führender zu den abschließenden US-Rennen kommendes Woche in Vail. Lasse Kjus verhinderte einen Fünffach-Triumph Nur einer störte in der ÖSV-Parade-Disziplin ein weiteres Festival der Österreicher. Der Norweger Lasse Kjus wurde 32/100 hinter Maier Zweiter und verhinderte so einen Fünffach-Erfolg für den ÖSV, denn dahinter klassierten sich mit Andreas Schifferer, Pepi Strobl, Stephan Eberharter und dem erstaunlichen Christoph Gruber - der 23-jährige Europacupsieger aus Schwaz in Tirol fuhr mit Startnummer 32 noch auf Platz sechs - vier weitere Fahrer aus dem rot-weiß-roten Power-Team. Maier fühlte sich auf der Piste sehr wohl Die Strecke in Lake Louise war maßgeschneidert für ein "Comeback" des Herminators. Schwierig, viele Übergänge und Wellen, hart, und vor allem eines: Sauschnell! Mit über 127 km/h schossen Maier und Co. durch die Tore, das waren nur wenige km/h weniger als tags zuvor in der Abfahrt. Trotzdem hatten alle ÖSV-Läufer entgegen der ursprünglichen Absicht doch nicht zu den Abfahrts-Latten, sondern den Super G-Carvern gegriffen, weil der Lauf im Mittelteil doch stark drehte. "Hätte ich gewusst, wie schnell es trotzdem dahin geht, hätte ich mich gefürchtet auch noch", meinte Schifferer. Stephan Eberharter, der mit seinem Abfahrtssieg die Weltcup-Führung übernommen hatte, sie am Sonntag aber schon wieder an Maier abgeben musste, war über Platz fünf enttäuscht: "Schade, ich bin zu brav gefahren." Nicht sein Unvermögen sondern die falschen Ski waren schuld am Abfahrtsdebakel Maier machte nach seinem Triumph klar, dass ihn ausschließlich eine falsche Ski-Wahl am Samstag in der Abfahrt so weit zurückgeworfen hatte. Im Super G hat aber alles wieder optimal gepasst, Maier sprach sogar von einem "Sicherheitslauf". "Ich hätte heute einzelne Stellen sogar schneller fahren können, aber der 15. Platz in der Abfahrt hat mich schon ein bisschen verunsichert", gab Maier zu. Die Genugtuung für den Salzburger war deshalb natürlich umso größer. "Ich weiß, dass das schlechte Abschneiden in der Abfahrt nicht an mir gelegen ist. Aber lieber werde ich auf diese Weise 15. als nach einer schwachen Leistung Sechster oder Siebenter", nahm er Bezug auf seine Abfahrts-Niederlage. Dass er im Super G auf die Abfahrts-Ski verzichtet hatte, habe er schon vor seiner Anreise entschieden gehabt. "Denn im Vorjahr hatte ich damit im oberen Teil viele Probleme." Kjus von eigener Form überrascht Lasse Kjus gab sich überrascht. "Ich wußte zwar, dass ich im Super G schnell sein kann, aber so weit vorne hätte ich mich nicht erwartet", sagte der Norweger. Kjus wird wie angekündigt bei der Rückkehr nach Europa in Val d'Isere nicht starten. "Ich habe nicht die Kraft eines Hermann Maier. Ich werde schließlich langsam alt", meinte er und lachte dabei. Endklassement des Herren-Weltcup-Super G am Sonntag in lake Louise:
  • 1. Hermann Maier AUT 1:29,53
  • 2. Lasse Kjus NOR 1:29,85 +0,32
  • 3. Andreas Schifferer AUT 1:29,95 +0,42
  • 4. Josef Strobl AUT 1:30,11 +0,58
  • 5. Stephan Eberharter AUT 1:30,16 +0,63
  • 6. Christoph Gruber AUT 1:30,39 +0,86
  • 7. Didier Cuche SUI 1:30,48 +0,95
  • 8. Werner Franz AUT 1:30,53 +1,00
  • 9. Fredrik Nyberg SWE 1:30,55 +1,02
  • 10. Kjetil-Andre Aamodt NOR 1:30,61 +1,08
  • 11. Hans Knauß AUT 1:30,80 +1,27
  • 12. Marco Büchel LIE 1:30,91 +1,38
  • 13. Daron Rahlves USA 1:31,02 +1,49
  • 14. Hannes Trinkl AUT 1:31,15 +1,62
  • 15. Silvano Beltrametti SUI 1:31,25 +1,72
  • 16. Steve Locher SUI 1:31,29 +1,76
  • . Fritz Strobl AUT 1:31,29 +1,76
  • 18. Patrick Wirth AUT 1:31,30 +1,77
  • 19. Patrice Manuel FRA 1:31,65 +2,12
  • 20. Chad Fleischer USA 1:31,68 +2,15
  • 21. Paul Accola SUI 1:31,71 +2,18
  • 22. Bode Miller USA 1:31,72 +2,19
  • 23. Ivan Bormolini ITA 1:31,81 +2,28
  • 24. Bruno Kernen SUI 1:31,82 +2,29
  • . Claude Cretier FRA 1:31,82 +2,29
  • 26. Franco Cavegn SUI 1:31,99 +2,46
  • 27. Christophe Saioni FRA 1:32,05 +2,52
  • . Darin Mcbeath CAN 1:32,05 +2,52
  • 29. Casey Puckett USA 1:32,07 +2,54
  • 30. Ozbi Oslak SLO 1:32,09 +2,56
Ausgefallen u.a.: Christian Mayer (AUT) (APA)